Die Print4All bereitet ihre nächste Ausgabe vor. Die Fachmesse findet vom 25. bis 28. Mai 2027 auf dem Gelände der Fiera Milano statt. Nach Angaben der Veranstalter soll die Messe Druck- und Converting-Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette abbilden. Dazu zählen Verpackungsdruck, industrielle Anwendungen, visuelle Kommunikation, Wellpappe, Etiketten, Weiterverarbeitung sowie Lösungen für Substrate, Farben und Materialien.
Im Zentrum des Projekts steht die Verbindung von Drucksystemen, Converting-Prozessen, Materialien und anwendungsbezogenen Lösungen. Die Veranstalter sehen die Messe als Plattform für unterschiedliche Einsatzfelder: vom Verpackungsdruck über industriellen Druck, Wellpappe und Etiketten bis hin zu Akzidenz- und Verlagsdruck, Großformatdruck und visueller Kommunikation.
Nach Darstellung der Messe spiegele dieser Ansatz die zunehmende Integration von Druck und Converting wider. Technologien würden sich demnach stärker zu durchgängigen Prozessen verbinden. Gleichzeitig prägten Nachhaltigkeit, Individualisierung und Digitalisierung die Entwicklung des Marktes.
Sonderbereich Print Matter(s)
Ein Schwerpunkt der Print4All 2027 ist die Sonderinitiative „Print Matter(s)“. Sie wird in Zusammenarbeit mit der Universität Sapienza in Rom und deren Sapienza Innovation & Entrepreneurship Hub entwickelt. Das Projekt ist als Forschungsplattform angelegt, die Materialien, Technologien, Produktionsprozesse, Anwendungen und mögliche Zukunftsszenarien miteinander verknüpfen soll.
Ziel ist es laut Veranstalter, Forschung für Unternehmen nutzbar zu machen und Innovation, Produktion sowie Marktanforderungen stärker miteinander zu verbinden. Ausgangspunkt ist die Analyse und Auswahl nachhaltiger, neuer oder bereits eingesetzter Materialien. Betrachtet werden sollen nicht nur technische Eigenschaften, sondern auch mögliche Anwendungen sowie der Beitrag der Materialien zu Produktgestaltung und Kommunikation.
Vier thematische Cluster
Die Arbeit ist in vier thematische Cluster gegliedert. „Regenerate“ befasst sich mit neuen Materialien und Produktionsmodellen im Kontext von Nachhaltigkeit und Biofabrikation. „Perceive“ behandelt die Rolle von Oberflächen und Materialien für sensorische Wahrnehmung und Wertanmutung. „Digitalise“ nimmt die Entwicklung von Produktionsprozessen, Individualisierung und die Verbindung physischer und digitaler Elemente in den Blick. „Activate“ untersucht, wie Drucktechnologien neue Funktionen, Verhaltensweisen und Materialeigenschaften ermöglichen können.
Die Ergebnisse sollen auf der Messe in Form von Prototypen, Mustern und Mock-ups gezeigt werden. Geplant ist eine erlebnisorientierte Fläche, die nach Angaben der Veranstalter nicht nur Materialien präsentiert, sondern konkrete Anwendungen und mögliche Entwicklungsszenarien für die Wertschöpfungskette sichtbar machen soll.
Corrugated Experience kehrt zurück
Mit der „Corrugated Experience“ wird die Sonderfläche für Wellpappe erneut aufgelegt. Die Veranstalter positionieren Wellpappe dabei nicht nur als technisches Material, sondern als industrielle Ressource, die ein Produkt über seinen Lebenszyklus begleiten könne – von Verpackung und Logistik bis zum Recycling.
Etiketten bleiben Entwicklungsfeld
Neben den Sonderflächen soll auch der Etikettenbereich weiter ausgebaut werden. Nach Angaben der Veranstalter entwickeln sich Etikettierung, Veredelung und Individualisierung zunehmend in enger Verbindung mit Converting und Verpackungsdruck. Daraus ergäben sich neue Anwendungsmöglichkeiten für Verpackung und Produktkommunikation.
Print4Future soll Nachwuchs ansprechen
Mit „Print4Future“ will die Print4All 2027 den Kontakt zwischen Unternehmen und jungen Menschen stärken. Das Projekt soll Schülern den Einstieg in die Druck- und Converting-Wertschöpfungskette näherbringen und berufliche Möglichkeiten in der Branche aufzeigen.
Die Veranstalter verweisen auf den Fachkräftebedarf in technischen und produzierenden Bereichen. Laut Confindustria Labour Survey 2025 hätten 67,8 Prozent der italienischen technischen und industriellen Unternehmen Schwierigkeiten, geeignete Profile zu finden. Zugleich entwickle sich die Druck- und Converting-Industrie weiter und benötige unterschiedliche Kompetenzen – vom Materialmanagement über Produktionsprozesse bis zu digitalen Lösungen. Auf europäischer Ebene beschäftige der Sektor nach Angaben von Intergraf mehr als 500.000 Menschen.
Am Freitag, 28. Mai 2027, sollen mehrere hundert Schüler der oberen Sekundarstufe die Messe besuchen. Vorgesehen ist ein Programm zur Berufsorientierung, das Einblicke in den Sektor, dessen Wandel und die angebotenen Berufsbilder geben soll. Ausstellende Unternehmen sollen über Gespräche, Erfahrungsberichte und Kontakte mit Unternehmern, Führungskräften und Personalverantwortlichen eingebunden werden.
Ziel ist es laut Veranstalter, Unternehmen bei der Identifikation neuer Talente zu unterstützen und jungen Menschen Zugang zu einer Branche zu geben, die nach Einschätzung der Messe häufig unterschätzt werde, aber berufliche Perspektiven biete.
Ambassadors begleiten die Messeentwicklung
Für die Ausgabe 2027 will die Print4All ihre Inhalte im Austausch mit der Wertschöpfungskette weiterentwickeln. Dazu sollen Unternehmen und Branchenfachleute eingebunden werden. Geplant ist die Auswahl von Ambassadors aus Bereichen wie Etiketten, Wellpappe, Personalisierung und Verpackung.
Diese Fachleute sollen nach Angaben der Veranstalter an der Definition von Inhalten, der Auswahl relevanter Themen und der Einordnung von Markttrends mitwirken. Ihre Rolle sei operativ angelegt und solle dazu beitragen, die Messe stärker an konkreten Anforderungen der Unternehmen auszurichten. Im Mittelpunkt stehen dabei anwendungsbezogene Lösungen, umsetzbare Innovationen und Entwicklungsmöglichkeiten für die Branche.