Die neue Vereinbarung ermöglicht Fedrigoni, fossiles Erdgas in Teilen der italienischen Produktion durch zertifiziertes Biomethan zu ersetzen (Quelle: Fedrigoni)
Die Fedrigoni Group hat einen langfristigen Liefervertrag für Biomethan abgeschlossen. Nach Angaben des Unternehmens zählt die Vereinbarung zu den ersten langfristigen Biomethan-Lieferverträgen in der italienischen Papierindustrie. Sie soll rund 40 Prozent des Gasbedarfs der beteiligten italienischen Produktionsstandorte abdecken.
Fedrigoni verweist darauf, dass die Papierherstellung zu den schwer zu dekarbonisierenden Industriezweigen zählt. Gründe seien unter anderem technologische Grenzen bei der Elektrifizierung sowie prozessbedingte Emissionen. Der Ersatz von fossilem Erdgas durch erneuerbares Biomethan sei aus Sicht des Unternehmens ein derzeit verfügbarer Ansatz, um sowohl die Energieversorgung als auch die CO₂-Intensität der Produktion zu beeinflussen.
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Biomethan wird über das bestehende nationale Gasnetz bereitgestellt und bestimmten Produktionsstandorten zugeordnet. Es kommt nach Unternehmensangaben bereits am Standort Varone in der Provinz Trient zum Einsatz. Die Lieferung wird mit Herkunftsnachweisen sowie Nachhaltigkeitsnachweisen gemäß den RED-II/III-Kriterien zertifiziert.
Langfristige Liefervereinbarung
Der Vertrag wurde mit mehreren Akteuren aus Entwicklung, Erwerb und Betrieb von Biomethanprojekten geschlossen: Verdalia Bioenergy, CH1 S.r.l., Fri-El und Bio.Methane.Hub S.r.l. Nach Angaben von Fedrigoni handelt es sich um eine der ersten langfristigen Vereinbarungen dieser Art in der italienischen Papierbranche.
Mit der vertraglich gesicherten Biomethanmenge will Fedrigoni seine Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringern und die Versorgungssicherheit der beteiligten Werke erhöhen. Zudem soll die Exponierung gegenüber geopolitisch bedingten Schwankungen am Energiemarkt reduziert werden.
Geringerer CO₂-Fußabdruck
Durch den teilweisen Ersatz von fossilem Erdgas durch Biomethan soll sich der Cradle-to-Gate-CO₂-Fußabdruck der an den beteiligten Standorten hergestellten Produkte nach Angaben von Fedrigoni um 30 bis 50 Prozent verringern. Die konkrete Reduktion hänge von der jeweiligen Produktlinie ab.
Die Maßnahme ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie „Making Progress“ und der ESG-Ziele 2030 des Unternehmens. Diese umfassen laut Fedrigoni messbare Vorgaben zur Emissionsminderung, zum zirkulären Produktdesign und zur verantwortungsvollen Beschaffung.
„Die Energiewende ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn sie auch Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz stärkt – für Fedrigoni und für die Kunden, die sich auf uns verlassen“, sagt Stefano Zanoni, Group Head of Energy Transition bei Fedrigoni.