Farbe mit negativer CO2-Bilanz für CPG-Etiketten

Premiere für UV-Flexodruckfarbe mit Algenpigment

Quelle: Living Ink Technologies
Quelle: Living Ink Technologies

Actega und Living Ink Technologies haben gemeinsam mit Waiākea Hawaiian Volcanic Beverages nach eigenen Angaben die erste kommerziell verfügbare UV-flexografische Druckfarbe vorgestellt, die mit dem CO2-negativen Pigment „Algae Black“ formuliert ist.

Die neue Farbe wird unter dem Namen ACTExact UV Black Algae Ink vermarktet. Parallel dazu erfolgte die erste kommerzielle Anwendung auf Getränkeetiketten, die von der NextGen Label Group für Waiākea produziert wurden.

Anzeige

Nach Angaben der Unternehmen wurde die Entwicklung von Waiākea unterstützt. Das Unternehmen hatte Anfang dieses Jahres angekündigt, als erste Lebensmittel- und Getränkemarke weltweit algenbasierte Druckfarben für Etiketten entlang seiner Lieferkette zu kommerzialisieren. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit Living Ink Technologies habe bereits vor fünf Jahren begonnen. Ziel sei gewesen, erdölbasiertes Carbon Black in allen flexografischen Anwendungen durch eine aus Algen gewonnene Alternative zu ersetzen.

Entwicklung seit 2024

Actega und Living Ink Technologies schlossen 2024 eine gemeinsame Entwicklungsvereinbarung und arbeiteten zusammen mit Waiākea an der Weiterentwicklung der Formulierung. Dabei seien Know-how im Bereich biobasierter Pigmente, Beschichtungstechnologie, Druckfarbenformulierung sowie die Anforderungen einer national distribuierten Getränkemarke zusammengeführt worden. Ziel der Zusammenarbeit sei es gewesen, eine leistungsfähige UV-härtende Flexodruckfarbe zur Marktreife zu bringen, die die technischen Anforderungen der Druckindustrie erfüllt und zugleich die CO₂-Emissionen deutlich reduziert.

Integration in bestehende Produktlinie

ACTExact UV Black Algae Ink erweitert die Produktfamilie ACTExact, die für Flexodruckfarben mit Fokus auf Prozessstabilität, Konsistenz und einfache Verarbeitung steht. Die neue Formulierung kombiniert das Algae Black-Pigment von Living Ink, das aus ausgemusterter Algenbiomasse gewonnen wird, mit der Formulierungs- und Anwendungstechnik von Actega. Laut einer von Dritten durchgeführten Lebenszyklusanalyse weist das Pigment eine Netto-Bilanz von -4,16 kg CO₂-Äquivalent pro Kilogramm Pigment auf.

Erste UV-Flexo-Kooperation für Living Ink

Living Ink hat nach Unternehmensangaben in den vergangenen Jahren verschiedene Algae Ink-Systeme für konventionelle Flexo-, Sieb- und Offsetdruckanwendungen entwickelt und vermarktet. Diese seien in Projekten aus den Bereichen Bekleidung, Verpackung und Publikationen eingesetzt worden. Die Entwicklungskooperation mit Actega sei jedoch die erste formale Zusammenarbeit mit einem etablierten Druckfarbenhersteller und zugleich der Einstieg in das Produktsegment UV-Flexo.

Dr. Scott Fulbright, CEO und Mitgründer von Living Ink Technologies, sagte: „Das Pigment Algae Black wurde entwickelt, um neu zu denken, wie Farbe dem Planeten dienen kann. Unsere langjährige Zusammenarbeit mit Actega zeigt, wie Branchenführer Innovation und Wirkung zusammenbringen können, um skalierbare und nachhaltige Lösungen bereitzustellen.“

Ben Lux, CTO von Actega, erklärte: „ACTExact UV Black Algae Ink stellt einen wichtigen Fortschritt sowohl bei der Leistung als auch bei der Nachhaltigkeit dar. Geleitet von unserem konsequenten Bekenntnis zu Innovation und Umweltverantwortung bringen wir mit Stolz eine Druckfarbe auf den Markt, die nicht nur hohe Produktionsstandards erfüllt, sondern unseren Kunden auch hilft, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern und zu einer nachhaltigeren Zukunft unserer Branche beizutragen.“

Praxiseinsatz in der Etikettenproduktion

Die kommerzielle Validierung erfolgte bei der NextGen Label Group. Deren technisches Team integrierte die Farbe nach Angaben der Beteiligten nach umfangreichen Tests und Druckversuchen in die Getränkelabel-Produktion für Waiākea.

Da das Algae Black-Pigment derzeit nur für Schwarz verfügbar ist, wurde im Rahmen des Projekts die schwarze Druckfarbe von Waiākea vollständig durch ACTExact UV Black Algae Ink ersetzt. Dies werten die Unternehmen als wichtigen Anwendungsfall für den Einsatz CO₂-reduzierender Technologien im Bereich Consumer-Packaged-Goods.

Weitere Farbentwicklungen seien in Arbeit. Frühzeitige Investitionen von Marken in erste Anwendungen könnten nach Darstellung von Living Ink dazu beitragen, die Forschung und Entwicklung für zusätzliche biobasierte Pigmente weiter auszubauen.

Ryan Emmons, Mitgründer und CEO von Waiākea Hawaiian Volcanic Beverages, sagte: „Waiākea hat in den vergangenen zehn Jahren eine Reihe nachhaltiger Druckfarben und starrer Materialien getestet und mitentwickelt. Keine davon erfüllte die Leistungsanforderungen und das Potenzial zur CO₂-Reduktion, die für eine breite Einführung erforderlich waren. ACTExact UV Black Algae Ink erfüllt nun beides. Es hätte keine bessere Kombination von Partnern geben können, deren Exzellenz, Einsatz und Verpflichtung gegenüber der Mission diese Innovation hätten realisieren können.“

Verfügbarkeit in Nordamerika und der EU

ACTExact UV Black Algae Ink ist nach Angaben von Actega für Versuche und Großbestellungen verfügbar und mit konventionellen UV-Flexodrucksystemen kompatibel. Die erste Verfügbarkeit umfasst Nordamerika und die Europäische Union; weitere regionale Einführungen seien geplant. Verpackungsdrucker und Markenartikler können Muster sowie Unterstützung bei der Integration direkt bei Actega anfragen.