Hybriddrucksystem erweitert digitale Etikettenproduktion

Erste Gallus Five bei Artes Etichette installiert

Die Inhaber von Artes Etichette (von links nach rechts: Claudio Bernasconi, Luca Airoldi und Paolo Belloni) mit der weltweit ersten installierten Gallus Five (Quelle: Gallus)
Die Inhaber von Artes Etichette (von links nach rechts: Claudio Bernasconi, Luca Airoldi und Paolo Belloni) mit der weltweit ersten installierten Gallus Five (Quelle: Gallus)

Der italienische Etikettenhersteller Artes Etichette hat als erstes Unternehmen weltweit die Hybriddruckmaschine Gallus Five installiert. Die im Dezember 2025 in Betrieb genommene Anlage soll die digitale Produktion insbesondere von Lebensmitteletiketten erweitern und Teile der bisherigen konventionellen Fertigung ersetzen.

Der italienische Etikettenproduzent Artes Etichette hat seine digitalen Druckkapazitäten mit der Installation der weltweit ersten Gallus Five erweitert. Die Maschine wurde im Dezember 2025 installiert. Nach Angaben von Gallus erreicht sie bereits wenige Monate nach der Installation industrielle Produktionsvolumina.

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Mit der neuen Anlage will Artes nach eigenen Angaben einen Teil seiner bisherigen konventionellen Produktion auf digitale Prozesse umstellen. Dadurch sollen Rüstzeiten reduziert, Material eingespart und Produktionsabläufe vereinfacht werden.

Die Investition erfolgt in einem wachsenden Marktumfeld: Der italienische Etikettenmarkt wurde 2024 auf rund 2 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll aufgrund steigender Verpackungsanforderungen und wachsender Produktvielfalt in den kommenden Jahren weiter wachsen.

Produktion bereits auf industriellem Niveau

Wenige Monate nach der Installation nutzt Artes die Maschine laut Hersteller bereits für einen zunehmenden Anteil seiner Produktion. Schwerpunkte sind Lebensmitteletiketten sowie Anwendungen für Chemie- und Reinigungsmittel, Kosmetik, Pharma und Gebrauchsgüter.

Typische Aufträge liegen laut Unternehmen bei etwa 10.000 Laufmetern. Produktionsläufe von bis zu 60.000 Laufmetern würden regelmäßig erreicht und sollen die Auslegung der Maschine für industrielle Produktionsvolumina zeigen.

„Qualität wird als selbstverständlich angesehen“, erklärt Luca Airoldi, CEO von Artes. „Es gibt keine Kundinnen und Kunden, die sagen: ‚Machen Sie mir weniger schöne Etiketten zu einem niedrigeren Preis.‘ Etiketten müssen perfekt sein, und die Gallus Five liefert die Präzision, die erforderlich ist, um diesen Standard jedes Mal zu erfüllen.“

Hybridkonzept für industrielle Digitalproduktion

Die Gallus Five wurde gemeinsam mit Heidelberg entwickelt. Ziel sei es laut Hersteller gewesen, Hybriddruck in Anwendungen mit hohen Produktionsvolumen einzusetzen, bei denen konstante Geschwindigkeit und Effizienz erforderlich sind. Die Anlage arbeitet mit dem Tintensystem Heidelberg Saphira UV05. Dieses ist hochpigmentiert formuliert und soll laut Hersteller den Tintenverbrauch senken sowie Betriebskosten reduzieren.

Ein weiterer Vorteil liegt nach Angaben von Artes in den kurzen Reaktionszeiten bei dringenden Aufträgen. „Mit der Gallus Five können wir auch anspruchsvolle Liefertermine einhalten. Bei dringenden Kundenanforderungen sind Qualität und Zuverlässigkeit von größter Bedeutung. Mit dieser Maschine sind Fehler kaum möglich“, sagt Airoldi.

Die Maschine erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 100 Metern pro Minute. Durch vorhersehbare Registergenauigkeit, geringeren Ausschuss und kürzere Rüstzeiten soll sich der Produktionsprozess optimieren lassen. Airoldi erläutert: „Bei herkömmlichen Technologien muss man bei vier oder fünf Farben die Anlaufzeit einkalkulieren. Mit Digitaldruck spart man Zeit bei der Einrichtung und Material. Es gibt keine Farbreste und keine Rüstmakulatur. Das bedeutet, dass ein komplexer Auftrag, für den zuvor möglicherweise mehrere Stunden Vorbereitung erforderlich waren, jetzt in etwa 30 Minuten gestartet werden kann.“

Ausbau der Digitalstrategie bei Artes

Die neue Installation steht in einer langen Zusammenarbeit zwischen Artes und Gallus. Das Unternehmen nutzt seit fast fünf Jahrzehnten Gallus-Druckmaschinen, darunter Flexo- und Buchdrucksysteme aus den 1970er Jahren.

In den vergangenen Jahren hat Artes seine Digitalstrategie schrittweise erweitert:
2018 und 2022 installierte das Unternehmen zwei Gallus Labelfire-Systeme. 2024 folgte nach Unternehmensangaben Europas erste Gallus One.

Die Gallus Five ging wenige Wochen nach der Installation bereits vor Jahresende 2025 in Betrieb und startete Anfang 2026 in die Serienproduktion. Aktuell läuft die Maschine im Zweischichtbetrieb mit rund 15 Stunden Produktionszeit pro Tag und ist laut Artes ausgelastet.

Die Installation sei laut Unternehmen zügig verlaufen. „Die Installation verlief sehr schnell und gut koordiniert, ohne Probleme. Wir haben bereits Erfahrung mit der Gallus One, daher haben wir alles vorbereitet, bevor die Maschine geliefert wurde. Es ging alles recht schnell und einfach“, erklärt Airoldi.

Plattformkonzept für flexible Produktion

Die Maschine basiert auf dem Gallus-Plattformkonzept „System to Compose“. Dieses modulare Design soll es Anwendern ermöglichen, ihre Produktionskonfiguration an veränderte Anforderungen anzupassen und die Kapazitäten schrittweise zu erweitern.

Gallus sieht darin eine Grundlage für langfristige Investitionssicherheit und flexible Produktionsplanung. „Die Tatsache, dass die Gallus Five für Kunden wie Artes sofortige, messbare Ergebnisse liefert und gleichzeitig wichtige Voraussetzungen für langfristigen Erfolg schafft, unterstreicht, wie Gallus als Systemintegrator Verarbeiter erfolgreich dabei unterstützt, die digitale Produktion zuverlässig in realen Produktionsumgebungen einzusetzen“, sagt Dario Urbinati, CEO der Gallus Group.

Weiter führt er aus: „Der Erfolg von Artes Etichette zeigt, wie die Hybridtechnologie über potenzielle und Nischenanwendungen hinausgewachsen ist und sich zu einer echten Lösung für die industrielle Produktion entwickelt hat. Innovationen sind nur dann von Bedeutung, wenn sie einen greifbaren Mehrwert für Kundinnen und Kunden schaffen. Diese Installation zeigt deutlich, wie die Gallus Five es Druckunternehmen ermöglicht, die Digitalisierung effizient zu skalieren und gleichzeitig höchste Qualitätsstandards einzuhalten.“