Regulatorische Anforderungen

Gesetzeskonforme UV-Tinten von Bobst

Die Thalia UV-Tinten von Bobst erfüllen die Anforderungen relevanter Regulierungen (Quelle: Bobst)
Die Thalia UV-Tinten von Bobst erfüllen die Anforderungen relevanter Regulierungen (Quelle: Bobst)(Photo Credit: Lizza Studio)

Mit den Thalia-UV-Tinten für den digitalen Etikettendruck ist Bobst auf kommende regulatorische Anforderungen in Europa ausgerichtet. Die Lösung soll Etikettenherstellern helfen, gesetzliche Vorgaben für Anwendungen in Lebensmittel-, Pharma-, Kosmetik- und Spielzeugverpackungen einzuhalten.

Die regulatorischen Vorgaben für Verpackungen in Europa werden zunehmend strenger. Insbesondere Etiketten für Lebensmittel, Pharma- und Kosmetikprodukte sowie Spielzeug unterliegen wachsenden Anforderungen. Für Hersteller bedeutet dies, Risiken von Gesetzesverstößen zu minimieren, Audit-Anforderungen der Markenartikelindustrie zu erfüllen und Investitionen zukunftssicher auszurichten.

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Mit Blick auf das Inkrafttreten der Schweizer Verordnung 2026 sowie der Deutschen Druckfarbenverordnung 2027 wird Gesetzeskonformität zunehmend zu einer kontinuierlichen Aufgabe in der Produktion.

Tintenformulierung ohne kritische Stoffgruppen

Nach Angaben von Bobst sind die Thalia-UV-Digitaldrucktinten TPO-frei formuliert und schließen mehr als 20 kritische Stoffgruppen aus. Dazu zählen unter anderem PFAS, Phthalate, Bisphenole, ITX, MOSH/MOAH, Parabene sowie primäre aromatische Amine. Die Formulierung orientiert sich an den Anforderungen der Schweizer Verordnung 2026 und der geplanten Deutschen Druckfarbenverordnung 2027. Damit sollen Anwender frühzeitig auf kommende regulatorische Vorgaben vorbereitet werden.

Leistungsdaten für industrielle Anwendungen

Bobst beschreibt das Tintensystem als leistungsfähig für anspruchsvolle Anwendungen im digitalen Etikettendruck. Genannt werden Druckgeschwindigkeiten von bis zu 100 m/min bei einer Auflösung von 1.200 × 1.200 dpi sowie eine langfristige Farbstabilität. Die Tinten unterstützen den Nass-in-Nass-Druck und sollen eine breite Farbraumabdeckung sowie die Wiedergabe von Sonderfarben ermöglichen. Laut Hersteller sind weder Hardware-Upgrades noch der Einsatz von Inertgas erforderlich. Zudem sei bei vielen Bedruckstoffen kein Primer notwendig. Diese Eigenschaften würden bei gleichzeitig kontrollierten Migrationswerten erreicht, sodass gesetzliche Anforderungen eingehalten werden könnten.

Konformitätsstrategie und Unternehmensansatz

Die erstmals auf der Drupa 2024 vorgestellten Tinten basieren laut Bobst auf in der Schweizer Verordnung 2026 gelisteten zugelassenen Stoffen. Ergänzend hat das Unternehmen ein Regelwerk für Lebensmittelkontaktmaterialien entwickelt, das Migrationstests und prädiktive Modellierung umfasst. Dieses Vorgehen soll eine strukturierte und transparente Bewertung der Gesetzeskonformität ermöglichen. Dabei werden auch relevante Rahmenwerke wie die EU-Verordnung 1935/2004, die EuPIA-GMP-Richtlinie sowie die REACH-Verordnung berücksichtigt.

Bobst sieht die Entwicklung der Thalia-UV-Digitaldrucktinten als Reaktion auf diese Anforderungen. Durch die Ausrichtung an zukünftigen Regularien und die Einbindung in strukturierte Konformitätsprozesse sollen Etikettenhersteller regulatorische Anforderungen besser bewältigen können. Patrick Graber, Marketing-Leiter der Produktlinie Labels bei Bobst, erklärt: „Dank der aktiven Mitarbeit von Bobst in der Joint Industry Group (JIG) und an den Leitlinien für Artikel 35a der Schweizer Verordnung […] war es uns möglich, die Formulierung der Tinten mit den künftigen Regulierungen in Einklang zu bringen.“