Praxis, Produktion und Trends im Überblick

RFID-Workshop zu Smart Labels in Warschau

Der Workshop umfasste eine Live-Demonstration des Flexodrucks von Etiketten auf einer Evolution Series E5 mit integrierter RFID-Tag-Applikation (Quelle: Mark Andy)
Der Workshop umfasste eine Live-Demonstration des Flexodrucks von Etiketten auf einer Evolution Series E5 mit integrierter RFID-Tag-Applikation (Quelle: Mark Andy)

Mehr als 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Polen, Frankreich, Spanien, Bulgarien, Rumänien und Slowenien nahmen am Workshop „Smart Labels: RFID Technology Workshop“ teil. Die Veranstaltung wurde von Mark Andy in Zusammenarbeit mit Talkin’ Things im European Technology Center des Unternehmens in Warschau organisiert.

Vertreten waren unterschiedliche Marktsegmente, darunter Etiketten- und Verpackungshersteller, Labelconverter, Markenartikler sowie Fachleute aus Logistik und Supply Chain Management. Im Mittelpunkt des Workshops standen aktuelle Entwicklungen der RFID-Technologie und deren praktische Umsetzung.

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Praxis, Produktion und Trends im Überblick

Die Veranstaltung thematisierte die praktische Weiterentwicklung der RFID-Technologie und ihre zunehmende Bedeutung für die Etiketten- und Verpackungsindustrie. In der Eröffnungspräsentation stellte Lukasz Chruslinski, Sales Manager bei Mark Andy, wesentliche Markttrends vor. Dazu zählten die wachsende Bedeutung der Produktidentifikation, die Automatisierung logistischer Prozesse sowie regulatorische Entwicklungen wie die Initiative zum Digital Product Passport.

RFID-Technologie wird bereits in zahlreichen Anwendungsfeldern eingesetzt, unter anderem im Bestandsmanagement, in der Nachverfolgung von Lieferketten, beim Produktschutz gegen Fälschungen sowie in der Automatisierung logistischer Abläufe. Gleichzeitig beschleunigen neue Vorgaben zur Produktnachverfolgbarkeit die Verbreitung intelligenter Etiketten als Bestandteil moderner Lieferkettenstrukturen. Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Integration von RFID-Technologie in die Etikettenproduktion an Bedeutung.

Entwicklung und Fertigung von RFID-Tags

Ein weiterer Programmpunkt war der Vortrag von Jacek Terski, Sales & Business Development Director bei Talkin’ Things, zur Entwicklung und Herstellung von RFID-Tags. Das 2014 gegründete Unternehmen ist nach eigenen Angaben in mehr als 40 Ländern tätig und entwickelt Lösungen für Handel, Logistik und industrielle Anwendungen. Zum Portfolio gehören demnach mehr als 80 RFID-Antennendesigns sowie zahlreiche anwendungsspezifische Lösungen.

Terski erläuterte die Grundlagen der RFID-Technologie und ihre wachsende Bedeutung in modernen Lieferketten. Er beschrieb den Aufbau eines RFID-Tags, der aus Antenne, integriertem Schaltkreis und Substrat besteht. Er erklärte auch, wie Tags über Funkwellen Daten senden und empfangen. RFID wird zunehmend als Datenträger direkt in Produktetiketten integriert und ermöglicht so einen schnellen und kontaktlosen Informationszugriff entlang der Lieferkette.

Im Rahmen eines Werksbesuchs besichtigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Produktionsstätte von Talkin’ Things in Warschau. Dort wurde der gesamte Herstellungsprozess von RFID-Tags vorgestellt – von Entwicklung und Prototyping bis hin zu Fertigung und Tests im firmeneigenen Labor sowie in der Qualitätskontrolle. Nach Angaben des Unternehmens werden dort jährlich mehrere hundert Millionen RFID- und NFC-Tags für Kunden aus verschiedenen Branchen produziert.

RFID-Integration in die Etikettenproduktion

Ein weiterer Schwerpunkt waren Live-Demonstrationen im European Technology Center von Mark Andy. Dabei wurden auf einer Evolution Series E5 Flexodruckmaschine bedruckte Etiketten hergestellt und zugleich RFID-Tags in den Produktionsprozess integriert.

Damit sollte gezeigt werden, dass sich RFID-Technologie in die Etikettenproduktion integrieren lässt, ohne Effizienz und Druckqualität zu beeinträchtigen. Nach Angaben von Mark Andy habe langjährige Forschungs- und Entwicklungsarbeit dazu geführt, Lösungen für das Applizieren von RFID-Tags innerhalb eines durchgängigen Produktionsworkflows anbieten zu können. Converter und Hersteller können Smart-Label-Anwendungen so schrittweise in ihr Portfolio aufnehmen.

Im anschließenden Frage-und-Antwort-Teil beantworteten Vertreter von Mark Andy und Talkin’ Things Fragen zu RFID-Anwendungen in verschiedenen Marktsegmenten, zu den Entwicklungsperspektiven der Technologie sowie zu deren Einsatz in internationalen Handelsnetzwerken wie Decathlon und Walmart.

Austausch zwischen Marktteilnehmern

Tom Cavalco, Vice President International Sales bei Mark Andy, erklärte: „Wir sind sehr erfreut, dass unser internationaler Workshop eine Plattform für den Erfahrungsaustausch zwischen Vertretern verschiedener Länder und Marktsegmente geschaffen hat – von Etiketten- und Verpackungsherstellern bis hin zu Markenartiklern und Fachleuten aus der Lieferkette. Eine der zentralen Schlussfolgerungen aus den Gesprächen war die wachsende Rolle der RFID-Technologie als Instrument zur Unterstützung von Produktnachverfolgbarkeit, Prozessautomatisierung und neuen Formen der Verbraucherinteraktion. Die Veranstaltung hat zudem gezeigt, dass die Entwicklung intelligenter Kennzeichnung die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfordert – von Herstellern von RFID-Tags und Anbietern von Drucktechnologie bis hin zu Unternehmen, die Etiketten in realen Anwendungen einsetzen. Wir möchten unserem Partner Talkin’ Things dafür danken, diese Form der Zusammenarbeit in der Praxis gezeigt zu haben, sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Europa für ihre Mitwirkung an dieser Veranstaltung.“