Erste Konfiguration mit Martin Automatic MBSC

Desmedt Labels installiert Mark Andy-Hybridlinie mit Nonstop-Rollenwechsler

Timo Donati, Henri Köhler und Bernd Schopferer mit der weltweit ersten Mark Andy Hybrid- / Martin Automatic Anlage bei Desmedt Labels in Belgien (Quelle: Mark Andy)
Timo Donati, Henri Köhler und Bernd Schopferer mit der weltweit ersten Mark Andy Hybrid- / Martin Automatic Anlage bei Desmedt Labels in Belgien (Quelle: Mark Andy)

Der belgische Etikettendrucker Desmedt Labels hat eine digitale Hybrid-Druckmaschine Mark Andy vom Typ DPro MAX mit einem Nonstop-Rollenwechsler Martin Automatic MBSC installiert. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um die weltweit erste Konfiguration dieser Art.

Henri Köhler, CEO und Eigentümer in vierter Generation des 1889 in Brüssel gegründeten Unternehmens, ordnet die Investition ein: „Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, die Produktivität durch weniger Stillstand und weniger Makulatur zu steigern.“ Damit korrigiert er die aus seiner Sicht verbreitete Annahme, Produktivität hänge primär von Maschinengeschwindigkeit und Auflagenhöhe ab.

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Automatisierung als Investitionsstrategie

Desmedt verfolgt seit Jahren eine auf Automatisierung ausgerichtete Investitionsstrategie. 2013 ersetzte das Unternehmen eine ältere Flexodruckmaschine und installierte in der Folge drei Flexodruckmaschinen der Performance Series P7 von Mark Andy, jeweils mit Rollenwechslern der Serie MBSF von Martin Automatic. Bis 2024 kamen zwei weitere P7-Anlagen hinzu.

Parallel sollten die bestehenden Digitaldruckkapazitäten erneuert werden. Laut Köhler waren diese zwar essenziell, entsprachen jedoch nicht vollständig den eigenen Effizienzanforderungen. „Die Flexodruckmaschinen sind heute so effizient beim Umrüsten, dass wir einen Großteil unserer Kleinauflagen von der Digitaldruckmaschine zurückverlagert haben – tatsächlich wurde unsere neueste P7 speziell für die Verarbeitung von Kleinauflagen angeschafft.“

Als wesentliche Einschränkung im Digitaldruck nennt er die Stillstandszeiten durch manuelle Rollenwechsel. Die durchschnittliche Stillstandszeit habe im Best-Case bei rund fünf Minuten pro Rollenwechsel gelegen.

Hybridkonzept auf Flexoplattform

Nach Drucktests, ROI-Analysen und der Zusicherung technischen Supports entschied sich Desmedt für die DPro MAX von Mark Andy. Die tonerbasierten Digitaldruckeinheit ist auf einer Flexoplattform der Pro-Serie aufgebaut. Die maximale Bahnbreite beträgt 330 mm, die Produktionsgeschwindigkeit liegt je nach Anwendung zwischen 20 und 40 m/min.

Die bei Desmedt installierte Konfiguration umfasst Bahnreinigung und Corona-Vorbehandlung, je ein Flexodruckwerk vor und nach der 5-Farben-CMYK+W-Digitaleinheit, eine Bahnwendung, Laminierung, eine semi-rotative vertikale Stanze sowie Inline-Längsschneiden. Das modulare Konzept ermöglicht nach Herstellerangaben spätere Erweiterungen.

Timo Donati, Vertriebsleiter bei Mark Andy, erklärt: „Die DPro MAX bietet niedrige Druckkosten zu einem erschwinglichen Einstiegspreis und macht damit den Digitaldruck in kleinen Auflagen zu einer attraktiven Option. Was Desmedt besonders anspricht, sind die kurzen Umrüstzeiten, die Inline-Veredelung und die hervorragende Druckqualität.“

Nonstop-Rollenwechsel reduziert Stillstand

Ergänzt wird die Linie durch einen MBSC-Rollenwechsler von Martin Automatic. Der Kompakt-Rollenwechsler kann zwei 4.000-Meter-Rollen aufnehmen und ist mit einem an die Produktionsgeschwindigkeit angepassten Bahnspeicher ausgestattet.

Bernd Schopferer, Vertriebsleiter bei Martin, erläutert: „Wir haben für digitale Anwendungen Rollenwechsler für beide Laufrichtungen entwickelt. Hier, bei der Mark Andy DPro MAX, läuft er von rechts nach links.“ Der MBSC basiert auf dem MBS-Modell und verfügt über das EOPP-Paket zur Prozessführung sowie eine laserunterstützte Bahnausrichtung.

Köhler beziffert den Produktivitätsgewinn wie folgt: „Ich habe ausgerechnet, dass ich durch den MBSC in Kombination mit der DPro MAX eine zusätzliche Produktionsstunde pro Schicht gewinne.“ Bei drei Schichten an fünf Tagen pro Woche entspreche dies rund 750 zusätzlichen Produktionsstunden pro Jahr. Neben der Zeitersparnis nennt er die Reduzierung von Materialabfall durch automatisierte Rollenwechsel und die vollständige Nutzung der Rollen bis zum Kern.

Ausbau der Kapazitäten geplant

Mit derzeit 45 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von rund 15 Millionen Euro plant Desmedt den weiteren Ausbau seiner Produktionskapazitäten, unter anderem durch zusätzliche Flexodruckmaschinen, die ebenfalls mit Nonstop-Rollenwechslern ausgestattet werden sollen.