Heidelberg fördert Automatisierung und Workflows im Praxiseinsatz
Prinect Anwendertage 2026: KI im Fokus
von Redaktion Etiketten-Labels,
Deutlich über 400 Teilnehmende aus der ganzen Welt an den Prinect Anwendertagen 2026 markieren einen neuen Besucherrekord in der 30-jährigen Historie der Veranstaltung (Quelle: Heidelberg)
Die Prinect Anwendertage 2026 standen im Zeichen des zunehmenden Einsatzes Künstlicher Intelligenz (KI) in der Druckbranche. Mit deutlich über 400 internationalen Teilnehmenden verzeichnete die Veranstaltung einen neuen Besucherrekord. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung in Heidelberg sowie im Kundenvorführzentrum „Home of Print“ in Wiesloch-Walldorf standen Anwendungen, Potenziale und Grenzen von KI-gestützter Prozessautomatisierung.
In Keynotes, Impuls-Vorträgen, Präsentationen und Workshops diskutierten Software- und KI-Experten bei den Prinect Anwendertagen, wie Druckereien auf anhaltenden Kostendruck, den Mangel an Fachkräften und eine zunehmende Fragmentierung der Auftragsstrukturen reagieren können. Prozessautomatisierung wurde dabei als ein zentraler Ansatz vorgestellt, wobei Künstlicher Intelligenz eine wachsende Bedeutung zugeschrieben wurde.
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Erste Installationen von Prinect Touch Free
Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) nutzte die Veranstaltung, um erste Installationen des KI-gesteuerten Workflows Prinect Touch Free bekannt zu geben. Der Workflow war auf der drupa 2024 angekündigt worden und ist inzwischen bei Pilotkunden in Deutschland (Meinders & Elstermann), Polen (CGS Drukarnia) und der Schweiz (Schmid-Fehr AG) im Einsatz.
Alle genannten Anwender produzieren in hybriden Produktionsumgebungen mit Offset- und Digitaldrucklösungen von Heidelberg. Prinect Touch Free steuert die Druckproduktion vollautomatisch und entscheidet auf Basis der jeweiligen PDF-Daten über den effizientesten und kostengünstigsten Ausgabekanal.
Axel Zöller, Produktmanager Digital Workflow bei Heidelberg, meint dazu: „Die Anzahl Aufträge, die über Web-to-Print bei unseren Kunden eingegangen sind, sind weltweit im letzten Jahr um über 60 Prozent gestiegen. Dieses Volumen kann mit herkömmlichen, sprich manuellen Methoden, nicht mehr wirtschaftlich bewältigt werden. Dazu braucht es eine Automatisierungsoffensive. Dazu braucht es Prinect Touch Free.“
Schnelle Anbindung im Pilotbetrieb
Der deutsche Pilotkunde Meinders & Elstermann begann Anfang Dezember 2025 mit dem Einsatz von Prinect Touch Free. Nach Angaben von Volker Havel, Mitglied der Geschäftsleitung, wurde am Morgen des 9. Dezember mit der Anbindung des Digitaldrucksystems Jetfire 50 begonnen. Bereits 90 Minuten später konnten erste Aufträge im Rahmen einer Testproduktion ausgegeben werden. „Unser Ziel der Automatisierung war in erster Linie, im Digitaldruck mit einer sehr kleinteiligen Auftragsstruktur Ruhe in den Prozess zu bringen“, erklärte Havel.
KI-Chatbot für das Kundenportal
Ein weiterer Schwerpunkt der Prinect Anwendertage war die Vorstellung eines neuen KI-Chatbots für das Heidelberg Kundenportal. Der Chatbot soll in Kürze für alle Portalnutzer freigeschaltet werden und unterstützt zunächst bei Fragen zu den im Portal verfügbaren Apps sowie zu Prinect Production. Die bisherige Suche in der Prinect Online-Hilfe soll damit ersetzt werden.
In einem späteren Schritt ist eine Erweiterung um einen sogenannten Datenchat vorgesehen, mit dem datenbasierte Anfragen möglich sein sollen. Zudem soll der Chatbot künftig Fragen zur Maschinendokumentation und -bedienung beantworten können. Perspektivisch plant Heidelberg außerdem, die Service-Ticket-App um einen Assistenten zu ergänzen, der Anwender beim Anlegen von Service-Tickets unterstützt.
Jürgen Grimm, Leiter Prinect bei Heidelberg, fasst zusammen: „Mit dem ‚Heidelberg Chatbot‘ bündeln wir validiertes Wissen aus Prinect und dem Heidelberg Kundenportal in einem intelligenten Assistenten. Kundinnen und Kunden erhalten kontextbezogene Antworten direkt im Portal, Service-Teams greifen zusätzlich auf internes Expertenwissen zu – weltweit, rund um die Uhr.“