LOUPE Americas 2026

LOUPE Americas feiert Premiere unter neuem Namen – Das erwartet die Branche in Chicago

Die LOUPE Americas findet von 15. bis 17. September erstmals unter dem neuen Namen in Chicago statt (Quelle: Informa Markets)
Die LOUPE Americas findet von 15. bis 17. September erstmals unter dem neuen Namen in Chicago statt (Quelle: Informa Markets)

Alle zwei Jahre wird Rosemont bei Chicago für drei Tage zum Zentrum der amerikanischen Etiketten- und Verpackungswelt. 2026 ist es vom 15. bis 17. September wieder so weit. Im Donald E. Stephens Convention Center versammelt die LOUPE Americas Maschinenbauer, Materialhersteller und Verarbeiter, dazu ein umfangreiches Vortragsprogramm und mehrere Live-Produktionen. Diese Vorschau zeigt, worauf sich Besucher einstellen können.

Carolin Wacker

Anzeige

Die LOUPE Americas, bis vor Kurzem als Labelexpo Americas bekannt, gilt als die größte Fachmesse für Etiketten- und Verpackungsdruck auf dem amerikanischen Kontinent. Wie stark die Anziehungskraft ist, machte die Ausgabe 2024 deutlich: Mehr als 450 Aussteller kamen nach Rosemont, gezählt wurden rund 12.000 Fachbesucher aus 73 Ländern. Für 2026 haben erneut über 400 Unternehmen zugesagt.

Eine reine Produktschau ist die Messe längst nicht mehr. Neben der Ausstellungsfläche stehen ein ausgebautes Vortragsprogramm, geführte Live-Produktionen und Formate für Austausch und Networking auf dem Plan. Auch das Themenspektrum hat sich verbreitert. Vom klassischen Haftetikett reicht es heute bis zur flexiblen Verpackung und zur Inline-Faltschachtel.

Für die europäische Branche ist der Blick nach Chicago mehr als Neugier. Viele Entwicklungen setzen sich zuerst auf dem großen US-Markt durch und erreichen kurz darauf auch die hiesigen Betriebe, und umgekehrt. Wer frühzeitig sieht, welche Maschinen, Materialien und Geschäftsmodelle jenseits des Atlantiks Anklang finden, kann die eigenen Entscheidungen besser einordnen. Dazu kommt der Austausch mit einem ausgesprochen internationalen Publikum. Die folgenden Seiten geben einen Überblick über Programm, Schwerpunkte und Höhepunkte.

Vom Nischenformat zum Branchentreff

1989 fand in Rosemont die erste Labelexpo USA statt, mit gerade einmal rund 60 Ausstellern auf einem Teilstück einer einzigen Halle. „Die Etikettenbranche hatte sich in den allgemeinen Druckmessen jener Jahre nicht ausreichend repräsentiert gefühlt“, erklärt Tasha Ventimiglia, Group Director Americas bei LOUPE. „Aus diesem Bedürfnis heraus begann die Geschichte der Labelexpo, einer spezialisierten Veranstaltungsreihe, die sich seitdem zu einer festen Größe der Etiketten- und Verpackungsindustrie entwickelt hat.“ Über gut drei Jahrzehnte ist die Labelexpo zur Leitmesse der amerikanischen Etiketten- und Verpackungsindustrie geworden. Seit 2026 trägt sie den Namen LOUPE Americas.

Tasha Ventimiglia arbeitet seit 2001 für die Veranstaltung. Sie erzählt von ihrem ersten Besuch der Messe im Jahr 2002: „Damals wurde intensiv über die Anfänge des E-Commerce, In-Mold-Technologien, Fortschritte im Digitaldruck und die Möglichkeit diskutiert, unterschiedlichste Substrate zu bedrucken. Es war eine eindrucksvolle Einführung in eine Branche, die von Innovation lebt.“ Die „Label Summits“, die 2004 erstmals stattfanden, hätten laut Ventimiglia wesentlich dazu beigetragen, der Veranstaltung zu internationaler Reichweite zu verhelfen.

Tasha Ventimiglia, Group Director Americas bei LOUPE (Quelle: Informa Markets)
Tasha Ventimiglia, Group Director Americas bei LOUPE (Quelle: Informa Markets)

Neue Technologien live erleben

Ventimiglia erklärt, dass sich die Branche deutlich weiterentwickelt habe. „Die Maschinen sind schneller, effizienter und bieten eine höhere Qualität. Nachhaltigkeit ist zu einer Priorität geworden, während Automatisierung und intelligente Technologien inzwischen fester Bestandteil des Angebots vieler Zulieferer sind. Die raschen Veränderungen in der Branche werden unter anderem durch die Anforderungen der Markenartikler vorangetrieben: Nachhaltigkeit, eine zunehmende Zahl von Produktvarianten beziehungsweise SKUs sowie die Notwendigkeit, sich mithilfe weiterentwickelter Veredelungstechnologien vom Wettbewerb zu differenzieren.“

Dieser Entwicklung entsprechend bleibt die Ausstellungsfläche das Herzstück der LOUPE Americas. Hier läuft die Technik im Livebetrieb, vom Druck bis zur fertig veredelten Rolle – an vielen Ständen sind komplette Prozessketten zu sehen. Statt einzelne Maschinen aufzuzählen, lohnt der Blick auf die großen Entwicklungen, die 2026 den Ton angeben:

  • Digital-, Flexo- und Hybriddruck: Schmal- und Mittelbahnmaschinen produzieren Etiketten und flexible Verpackung immer häufiger auf ein und derselben Plattform. Das macht die Systeme flexibler und den Wechsel zwischen Aufträgen schneller.
  • Veredelung: Ein eigenes Augenmerk verdient die Veredelung. Kaltfolie und Heißfolienprägung, Reliefeffekte, Mikroprägungen für holografische Glanzbilder, matte und glänzende Speziallacke sowie taktile Oberflächen entstehen zunehmend digital und inline. Für Etikettendrucker eröffnet das die Möglichkeit, auch kleine Auflagen ohne teure Werkzeuge hochwertig zu gestalten und sich damit vom Wettbewerb abzusetzen.
  • Automatisierung: Automatische Rollenwechsel, Wickel- und Schneidtechnik und vernetzte Workflows drücken die Rüstzeiten. Damit rechnen sich auch kleine Auflagen, die früher unwirtschaftlich waren.
  • Materialien und Substrate: Von Haftmaterialien über Barrierefolien bis zu faserbasierten und recyclingfähigen Konstruktionen ist die ganze Bandbreite der Bedruckstoffe vertreten.
  • Software: MIS- und ERP-Systeme, Druckvorstufe und automatische Kalkulation verzahnen die einzelnen Produktionsschritte zu einem durchgängigen Ablauf.

Flexible Verpackung und Faltschachtel werden zum Thema

Ein Thema hat in den vergangenen Jahren besonders an Fahrt gewonnen und rückt 2026 noch stärker in den Vordergrund: die flexible Verpackung und die Faltschachtel. Immer mehr Etikettenverarbeiter setzen ihr vorhandenes Know-how ein, um in der Schmal- und Mittelbahn kurze Auflagen flexibler Verpackungen herzustellen. Gefragt sind vor allem Shrink Sleeves und Pouches, zunehmend auch Form-Fill-Seal-Anwendungen. „Gerade flexible Verpackungen bilden einen zentralen Bestandteil der LOUPE Americas 2026“, erklärt Andy Thomas-Emans, Strategic Director bei LOUPE. „Vorausgegangen ist eine kontinuierlich wachsende Bedeutung dieser Technologie auf den Labelexpo-Messen in den vergangenen zwölf Jahren.“

Andy Thomas-Emans, Strategic Director bei LOUPE (Quelle: Informa Markets)
Andy Thomas-Emans, Strategic Director bei LOUPE (Quelle: Informa Markets)

Der wirtschaftliche Reiz liege in einer Nische, in der die großen Verpackungskonverteure nur schwer mithalten: kleine Auflagen, viele Varianten, kurze Lieferzeiten, hoher Individualisierungsgrad. Genau dieses Feld bedient die Messe. Zu sehen ist praktisch das gesamte Ökosystem der Fertigung, vom Inline-Flexo-, Digital- und Hybriddruck über Kaschier- und Schneidtechnik bis zu kompletten Linien für die Pouch-, Shrink Sleeve- und Faltschachtel-Produktion.

Beim Material wird es ebenfalls konkret. Barriere- und Deckelfolien, wiederverschließbare Konstruktionen, faserbasierte Lösungen und Spezialfolien für Lebensmittel oder Tiernahrung decken ein sehr breites Anforderungsprofil ab. Dazu kommen passende Farben und Beschichtungen, darunter nitrocellulosefreie Druckfarben, die eigens für die flexible Verpackung entwickelt wurden.

Viel Bewegung gibt es bei den Barrierebeschichtungen. In bestimmten Anwendungen lassen sie sich nutzen, um laminierte Mehrschichtverbunde durch recyclingfähige Konstruktionen aus Mono-Material zu ersetzen. Bei der Veredelung flexibler Verpackungen tut sich ebenfalls einiges.

Wer als Etikettendruckerei neu in den Verpackungsbereich einsteigt, profitiert von passender Peripherie. Automatische Bahnspleißer und Wickelsysteme halten die Maschinen im Dauerlauf, Schneid- und Wickeltechnik konfektioniert Mutterrollen bei Bedarf, und spezialisierte MIS- und ERP-Module bilden die Besonderheiten der Flexpack-Produktion ab. Für die variable Kennzeichnung von Folienbeuteln und Sleeves stehen ebenfalls Lösungen bereit.

Nachhaltigkeit: Versprechen reichen nicht mehr

Kaum ein Thema beschäftigt die Branche so sehr wie Nachhaltigkeit. Die LOUPE Americas trägt dem Rechnung und hat eigens einen Sustainability Ambassador berufen: Tyler Matusevich, Director of Sustainability bei Brook + Whittle; zuvor war er mehrere Jahre bei UPM Raflatac mit dem Schwerpunkt auf nachhaltigen Etikettenlösungen tätig.

Tyler Matusevich, Sustainability Ambassador bei LOUPE und Director of Sustainability bei Brook + Whittle (Quelle: Informa Markets)
Tyler Matusevich, Sustainability Ambassador bei LOUPE und Director of Sustainability bei Brook + Whittle (Quelle: Informa Markets)

Sein Grundtenor: Pauschale Versprechen wie „umweltfreundlich“ reichen nicht mehr, gefragt sind konkrete Angaben darüber, ob ein Produkt recyclingfähig ist, ob es korrekt sortiert werden kann, wie es sich auf EPR-Gebühren oder regulatorische Verpflichtungen auswirkt und welchen CO₂-Fußabdruck es im Rahmen einer Lebenszyklusanalyse verursacht. „Aus diesem Grund halte ich die LOUPE Americas für besonders wichtig“, so Matusevich. „Etiketten, Sleeves, Klebstoffe, Druckfarben und Beschichtungen machen gewichtsmäßig nicht immer den größten Anteil einer Verpackung aus, können jedoch darüber entscheiden, ob die gesamte Verpackung erfolgreich recycelt werden kann.“

Entsprechend präsent sind auf der Messe Themen wie recyclinggerechtes Design von Anfang an, recyclingfähige Shrink Sleeves, ablösbare Wash-off-Klebstoffe und Mono-Material-Konstruktionen mit besserer Sortierbarkeit. Hinzu kommen die regulatorischen Treiber: die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR), die gebührenabhängige Öko-Modulation sowie Ökobilanzen (LCA) und der CO₂-Fußabdruck, die immer häufiger zur Entscheidungsgrundlage werden.

Wie weit die Technik inzwischen ist, zeigen beispielsweise lichtblockende Sleeves. „Viele lichtempfindliche Produkte, darunter Molkereiprodukte, Getränke, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegeprodukte, wurden traditionell in weißen oder eingefärbten PET-Verpackungen angeboten, um die Produktqualität vor Lichteinwirkung zu schützen. Neue lichtblockierende Sleeve-Technologien ermöglichen es Marken, auf recyclingfähiges transparentes PET umzustellen und gleichzeitig Lichtschutz, Regalwirkung und Produktintegrität zu erhalten“, so Matusevich.

Matusevich betont, dass auch Digitalisierung und künstliche Intelligenz bei nachhaltigen Verpackungen eine zunehmend große Rolle spielen. „Digitale Werkzeuge können dabei unterstützen, Verpackungsdaten zu verwalten, verschiedene Designoptionen zu vergleichen, Compliance-Anforderungen zu erfüllen, Fehler bei Druckdaten zu reduzieren und die Produktionseffizienz zu verbessern. KI kann helfen, Verpackungsinformationen zu analysieren, Risiken zu erkennen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen“, erklärt er. Solche Werkzeuge werden daher auch auf der LOUPE Americas 2026 zum Thema.

Ausgebautes Vortragsprogramm

Neben der Technik gewinnt das Vortragsprogramm weiter an Gewicht: Der Education-Pass wird laut Veranstalter erstmals zu einem „Access all areas“-Angebot erweitert. Der neue Pass soll an den ersten beiden Messetagen den Zugang zu allen Keynotes, Breakout-Sessions und Workshops ermöglichen und gilt zusätzlich für die Ausstellungsfläche an allen drei Tagen. Inhaber des Education-Passes sollen zudem erstmals umfassende Zusammenfassungen der einzelnen Sessions erhalten. Diese enthalten laut Veranstalter die wichtigsten Inhalte sowie eine Executive Summary des gesamten Programms, abrufbar per Smartphone. Das hilft besonders denen, die nicht bei jedem Vortrag dabei sein können.

Inhaltlich orientiert sich das Programm an den Fragen, die die Branche gerade umtreiben:

  • Der erste Tag dreht sich um Automatisierung, KI und Smart Packaging sowie um den Einstieg in die flexible Verpackung. In einer Converter-Runde geht es um Fachkräftesicherung, den praktischen Einsatz von KI, Nachfolgeregelungen und Investitionen in unsicheren Zeiten. Ein Praxis-Workshop zeigt, wie sich ein KI-Agent für den eigenen Betrieb einrichten lässt.
  • Der zweite Tag liefert datenbasierte Markt- und Brancheneinblicke, beispielsweise zur Lage der nordamerikanischen Fertigungsindustrie und deren Auswirkungen auf Druckbetriebe. Es werden außerdem Strategien zum Umgang mit dem Arbeitskräftemangel vorgestellt, der auch in Amerika vorherrscht. Auch die Auswirkungen von Fusionen und Übernahmen auf die operative Strategie von Unternehmen werden analysiert.
  • Ein Women’s Roundtable, kostenfrei und für alle offen, beendet das Programm. Behandelt werden unter anderem Karrierewege und Mentoring, der Aufbau von Gemeinschaften und beruflichen Netzwerken, Personal Branding und Sichtbarkeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie die Vorbereitung künftiger Generationen auf wichtige berufliche Kompetenzen.

Die Rednerinnen und Redner kommen aus großen Handels- und Industrieunternehmen, aus der Marktforschung, aus dem Nachhaltigkeitsbereich und von KI-Anbietern – vertreten sind beispielsweise Amazon, NextGen Label Group und AWA Alexander Watson Associates. Ergänzend greifen kurze „Rise & Shine“-Sessions am Morgen gezielt das Thema Druckveredelung und Finishing auf.

Community-Building und Award-Verleihung

Für viele Besucher ist der „Label Trail“ wieder ein Höhepunkt. Die geführte Live-Produktion zeichnet den kompletten Weg eines Etiketts nach, von der Auftragsspezifikation und der Auftragsannahme über Druckvorstufe und automatische CO₂-Bilanzierung bis zu Digitaldruck, Veredelung und Finishing. Als Beispiel dient die fiktive Marke „Dancing Fish“, die in den Markt für Nahrungsergänzungsmittel expandiert und dafür lebensmittelechte Etiketten braucht, dazu einen kleineren CO₂-Fußabdruck und integrierte Merkmale zum Markenschutz. Die Touren dauern rund 60 Minuten und sind auf 20 Teilnehmende begrenzt. Bei nur sechs Zeitfenstern über drei Tage empfiehlt sich eine frühe Anmeldung.

Auf den Gemeinschaftsgedanken legt die LOUPE Americas 2026 besonderen Wert. „In diesem Jahr geht es bei der LOUPE Americas nicht nur darum, die neuesten Entwicklungen zu präsentieren. Im Mittelpunkt stehen auch Gemeinschaft und persönliche Kontakte. Wir führen unter anderem einen Fun Run ein und bieten praxisrelevante Fachveranstaltungen sowie Networking-Möglichkeiten, um Fachleute mit ähnlichen Interessen zusammenzubringen“, so Ventimiglia.

Wer sehen will, welche Neuheit die Branche derzeit am meisten überzeugt, sollte den ersten Messetag im Auge behalten: Dann werden die Gewinner der Labels & Labeling Global Awards verkündet. Die prämierten Entwicklungen lassen sich anschließend direkt an den Ständen begutachten.