Die neue Gallus Five und Gallus Alpha im Überblick
von Redaktion Etiketten-Labels,
Dario Urbinati, CEO der Gallus Gruppe, stellt die neue Gallus Five auf der Labelexpo Europe 2025 in Barcelona vor
Mit gleich zwei Neuvorstellungen hat Gallus zur Labelexpo Europe 2025 sein Portfolio weiter ausgebaut: Die Gallus Five richtet sich als skalierbare Hybridplattform an Druckereien mit mittleren bis hohen Auflagen, während sich die kompakte Gallus Alpha für den Einstieg in den Digitaldruck eignet.
Mit den neuen Plattformen Five und Alpha erweitert Gallus sein Angebot gezielt in verschiedene Richtungen: Die Five ergänzt als Hybridplattform die Labelmaster-Familie um eine Lösung für industrielle Etikettenproduktionen. Die Alpha positioniert sich als kompakte Inkjet-Maschine für den Einstieg in den Digitaldruck. „Mit diesen beiden zusätzlichen Maschinen haben wir heute ein ausbalanciertes, hochmodernes Technologieportfolio“, erklärte CEO Dario Urbinati im Interview auf der Labelexpo 2025.
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Gallus Five
Die Gallus Five positioniert sich als vollständig integrierte Hybridlinie. Sie ist in 340 mm und 430 mm Breite verfügbar und adressiert Etikettenproduktionen mit mittleren bis hohen Volumina. Herzstück ist eine UV-Inkjet-Druckeinheit mit nativer Auflösung von 1200 x 1200 dpi. Die UV-LED-härtenden Tinten verschieben den Break-even-Punkt auf bis zu rund 10.000 Laufmeter. Gleichzeitig soll die neue Gallus Five Geschwindigkeiten bis zu 100 m/min erreichen. Die Plattform ist laut Gallus gezielt für anspruchsvolle Anwendungen konzipiert – insbesondere in den Bereichen Health, Beauty und Pharma.
Architektonisch folgt die Five dem „System to Compose“-Ansatz: Die hybride Plattform kann flexibel umgerüstet und erweitert werden. Verbaut ist die semi-rotative Stanzeinheit SDC Pro. Der Wechsel der Stanzplatte erfolgt ohne Zylinderwechsel, was Rüstzeiten reduziert und den Durchsatz stabilisiert.
Neuer Farbsatz als Effizienztreiber
Auf Farbseite setzt Gallus bei der Five auf einen gemeinsam mit Heidelberg entwickelten neuen LED-UV-Farbsatz. „Mit der neuen Zephyr UV05-Tinte erreichen wir eine Farbdichte, die dem Flexodruck sehr nahekommt“, erklärte Urbinati. „Oft wird der Farb-Aspekt unterschätzt – dabei steckt darin ein enormes Know-how.“ Der hohe Pigmentierungsgrad dieser Tinten ziele auf geringeren Verbrauch und trage so zu einer günstigeren Gesamtkostenstruktur, ohne den Farbraum zu beschneiden. Herstellerseitig wird eine Abdeckung von bis zu 95 Prozent des Pantone-Spektrums genannt. Die 32 meistverwendeten Sonderfarben sind im System als Referenzwerte hinterlegt. Die Farbserie erfüllt die aktuellen gesetzlichen Anforderungen an Produktsicherheit.
Eignung auch für Schrumpffolien
Laut Herstellerangaben habe die Gallus Five ihre Leistungsfähigkeit auf einem breiten Materialspektrum unter Beweis gestellt: Polypropylen (PP), Polyethylen (PE), Papier, Leichtkarton, transparente Materialien und metallisierte Folien. Erste Tests mit Schrumpffolien hätten ebenfalls hervorragende Ergebnisse geliefert – ein wichtiges Merkmal für den Einstieg in dieses stark wachsende Marktsegment.
Die neue Gallus Five ist eine leistungsstarke, vollständig integrierte Hybridlösung und erreicht industrielle Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 100 m/min (Quelle: Bespoke)
Gallus Alpha
Die Gallus Alpha adressiert ein anderes Marktsegment: Urbinati bezeichnete sie auf der Messe als „Gateway-Plattform“ für den Digitaldruck. Sie sei ein einfacher, sicherer und zugänglicher Einstiegspunkt in die digitale Welt – „reduziert auf das Wesentliche, ohne zusätzliche Komplexität“. Sie könne bewusst nicht zur Hybridlinie ausgebaut werden. Das Konzept „unwind–print–rewind“ sei absichtlich fixiert, um Komplexität zu vermeiden, Schulungsaufwand zu reduzieren und die Integration in bestehende Prepress- und Finishing-Workflows zu vereinfachen.
Die kompakte Rolle-zu-Rolle-Lösung soll einen schnellen und risikoarmen Einstieg in den UV-Inkjet-Etikettendruck bieten. Mit einer Druckbreite von 340 mm, einer nativen Auflösung von 1200 x 1200 dpi und einer Produktionsgeschwindigkeit bis 65 m/min zielt die Maschine auf kleine bis mittlere Auflagen.
Neue Druckkopf-Technik
In der Gallus Alpha ist – als eine der ersten Druckmaschinen – der neue Epson D3000-U1R UV-Inkjet-Druckkopf verbaut. Dessen präzise Tröpfchenplatzierung soll die Bildkonstanz über Jobs hinweg stützen und einen sparsamen Tintenauftrag gewährleisten.
Die Farbkonfiguration der Gallus Alpha umfasst CMYK plus Weiß aus der Heidelberg Saphira UA01-Reihe. Optional stehen Orange und Violett für die Farbraumerweiterung zur Verfügung. Weiß wird mit 85 Prozent Opazität bei voller Liniengeschwindigkeit spezifiziert. LED-Pinning und LED-Curing bilden – zusammen mit einem kontaktlosen Reinigungssystem – den technischen Unterbau.
Die Gallus Alpha ist eine neue rein digitale Rolle-zu-Rolle-Lösung von Gallus und bietet einen sicheren und leicht zugänglichen Einstieg in den Digitaldruck (Quelle: Bespoke)
Breites Anwendungsspektrum
Laut Herstellerangaben wurde auch die Gallus Alpha erfolgreich auf einer Vielzahl gängiger haftender Etikettenmaterialien getestet, darunter Polypropylen (PP), Polyethylen (PE), Papier und metallisierte Materialien. Weitere Tests mit Spezialsubstraten laufen bereits, um die Anwendungsbreite künftig noch zu erweitern.
Five und Alpha: Inspektion und Workflow
Die Gallus Five ist standardmäßig mit dem Gallus-Vision-Inspektionssystem ausgestattet – der gleichen Technologie, die bereits in der Gallus One und Gallus Labelfire eingesetzt wird. Auch die Gallus Alpha kann optional damit ausgestattet werden. Das System umfasst eine Registeranpassungen auf Knopfdruck, Live-Inspektion und automatische Kompensation von Düsenfehlern bzw. Dichteabweichungen. Dabei werden inaktive Düsen oder Farbabweichungen erkannt und in Echtzeit kompensiert. Alternativ können auch Inline-Inspektionslösungen anderer Anbieter angebunden werden.
In Bezug auf den Workflow setzt Gallus bei der Five wie auch der Alpha auf eine DFE-Server/Client-Architektur – entweder vor Ort (on-premises) oder virtuell betrieben – sowie eine Anbindung an das Prinect-System inklusive Vorkalkulation des Tintenverbrauchs. Diese Kombination ist darauf ausgelegt, eine standardisierte, nachvollziehbare Produktion zu ermöglichen. Prinect auch mit den meisten Workflow-Systemen von Drittanbietern kompatibel. Variabler Datendruck ist jeweils als industrielles iVDP enthalten; vollständiges VDP lässt sich ergänzen.
System-to-Compose
Mit den beiden neuen Plattformen verfolgt Gallus einen klar strukturierten Ausbau seines Maschinenportfolios. Beide Systeme sind Teil des modularen „System to Compose“-Ansatzes. Damit folgt Gallus einem Ansatz, der weniger auf ein einzelnes Maschinensegment zielt, sondern auf ein skalierbares Systemverständnis für unterschiedliche Produktionsrealitäten im Etikettendruck. „Das Schöne an unserer Industrie ist die Vielfalt – und genau das spiegelt sich in unserem Portfolio wider“, so Urbinati.
Laut Herstellerangaben wird die Gallus Alpha ab Februar 2026 ausgeliefert, mit einer Lieferzeit von rund drei Monaten. Für die Gallus Five werde aktuell mit fünf bis sechs Monaten gerechnet. Beide Maschinen können bereits bestellt werden.
Gallus Five und Gallus Alpha auf einen Blick
Gallus Five
Gallus Alpha
Bahnbreiten
340 mm oder 430 mm
340 mm
Maximalgeschwindigkeit
Bis zu 100 m/min
Bis zu 65 m/min
Native Auflösung
1200 x 1200 dpi
1200 x 1200 dpi
Produktivität
Ca. 2 040 m²/h bei 340 mm, ca. 2 580 m²/h bei 430 mm