Neues Beschichtungswerk

Herma produziert Energie und spart gleichzeitig dabei ein

Herma-Geschäftsführer Dr. Thomas Baumgärtner vor der neuen dezentralen Dampferzeugungsanlage
Herma-Geschäftsführer Dr. Thomas Baumgärtner vor der neuen dezentralen Dampferzeugungsanlage (Quelle: Herma)

Wenn Herma im kommenden Herbst in Filderstadt sein neues Beschichtungswerk für Haftmaterial in Betrieb nimmt, gehört die Energieeinsparung zu den wichtigsten Themen. Mit neuester Technik lässt sich Strom, Kälte und Wärme selbst produzieren und dabei so viel Energie sparen, wie normalerweise etwa 150 Einfamilienhäuser verbrauchen.

Kernstück des Herma-Konzeptes ist ein eigenes Blockheizkraftwerk mit einer Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung: Quasi als Nebenprodukt der Stromerzeugung entsteht dort Wärme, die wiederum in Absorptionskältemaschinen genutzt wird, um Maschinen und Produktionsräumen zu kühlen. „Die Menge der von uns erzeugten Wärme und Kälte reicht sogar aus, um zusätzlich noch das neue Gebäude des Herma-Geschäftsbereichs Etikettiermaschinen zu heizen bzw. zu kühlen, das wir im Januar auf demselben Gelände in Betrieb genommen haben“, sagt Geschäftsführer Dr. Thomas Baumgärtner. Dafür wird das Prinzip der Betonkernaktivierung genutzt: In die massiven Betondecken des Etikettiermaschinen-Gebäudes wurden Kunststoffrohre eingelassen, durch die je nach Jahreszeit warmes oder kaltes Wasser fließt. „So kann die Raumtemperatur sehr energieschonend und umweltverträglich reguliert werden.“

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Dank einer speziellen Schichtlüftung muss zudem im neuen Haftmaterialwerk deutlich weniger Zuluft erwärmt bzw. gekühlt werden; die Einsparung beträgt etwa 50.000 Kubikmeter Luft pro Stunde. „Und gerade Luft zu konditionieren ist ein sehr energie­intensiver Vorgang“, sagt Uwe Hemminger vom Planungsbüro EGS-plan. Der Wasserdampf, der benötigt wird, um die Papierbahnen zu befeuchten, wird nicht mehr – wie im bestehenden Werk – an einer einzigen zentralen Stelle erzeugt, sondern dezentral in der Nähe der Produktionsanlagen und damit bedarfsgerechter und mit weniger Energieverlusten aufgrund von Transportwegen.

Mit diesen und weiteren Maßnahmen lassen sich in Summe beachtlichen Einsparungen realisieren. Im Vergleich zum Energiekonzept in dem Beschichtungswerk, das Herma 2008 in Betrieb genommen hat, spart das Unternehmen jetzt eine Strommenge, die etwa dem jährlichen Verbrauch von 200 Einfamilienhäusern entspricht, bei der Wärme entspricht die Einsparung dem Jahresverbrauch von etwa 100 Einfamilienhäusern. Die planmäßige Inbetriebnahme ist für den kommenden Herbst vorgesehen; die Investitionssumme für das neue Beschichtungswerk beträgt gut 80 Millionen Euro.

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