Das sind die Gewinner

Druck & Medien Awards 2025

Die Ernennung der Gewinner der 21. Druck & Medien Awards in Berlin (Quelle: Fabio Spitzenberg)
Die Ernennung der Gewinner der 21. Druck & Medien Awards in Berlin (Quelle: Fabio Spitzenberg)

Filigrane Stanzkunst, haptische Erlebnisse, außergewöhnliche Effekte mit Wow-Effekt, individualisierte Gestaltungskonzepte und recyclingfähige Stegetiketten: Die Gold-, Silber- und Bronzegewinner sowie die Finalisten des Druck & Medien Awards 2025 zeigen, wie vielseitig und anspruchsvoll zeitgemäßes Etikettendesign sein kann. Ein Blick hinter die Kulissen außergewöhnlicher Projekte – und in die Köpfe derjenigen, die sie möglich gemacht haben.

Die ausgezeichneten Etiketten des Druck & Medien Awards 2025 zeigen eindrucksvoll, wie viel gestalterische und technologische Innovationskraft heute im Etikett steckt. Ausgezeichnetes Etikettendesign entsteht dort, wo Idee, Material und Technik nahtlos zusammenspielen. Die prämierten Arbeiten zeigen, wie unterschiedlich dieser Anspruch umgesetzt werden kann – von emotionalen Markenwelten über technische Höchstleistungen bis hin zu individualisierten Konzepten und nachhaltigen Lösungen für den Massenmarkt.

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Etikett.de – Goldgewinner

Emir Ramic, Head of Marketing, Etikett,de
Emir Ramic,
Head of Marketing, Etikett.de

Welches Etikett bringt die gestalterische Grundidee am besten auf den Punkt – was war dabei der zentrale Gedanke?

Wenn wir die gestalterische Grundidee zusammenfassen, steht für uns ganz klar PISA im Mittelpunkt. Die Inspiration war nicht nur der ikonische Schiefe Turm, sondern die Vorstellung, dass Architektur und Wein eine Geschichte miteinander erzählen können. Die geneigte Flasche wird zum Ausgangspunkt einer Idee, die wir nicht einfach illustrieren, sondern fühlbar machen wollten.
Uns faszinierte der Gedanke, dass ein Etikett nicht nur informieren, sondern ein räumliches Erlebnis schaffen kann – wie eine kleine Architekturszene, die im Regal, in der Hand und auf dem Tisch erlebbar ist. Durch detaillierte Prägungen, plastische Ornamente und ein kraftvolles, modernes Schriftbild entsteht ein Dialog zwischen Tradition und Interpretation, der sowohl visuell als auch haptisch wirkt.
Für uns war wichtig, dass Design, Emotion und Handwerk nicht getrennt funktionieren, sondern als Gesamtkonzept wahrgenommen werden.

Welches Etikett war in der technischen Umsetzung am anspruchsvollsten – und warum?

Am herausforderndsten war für uns eindeutig Tropical Explorer Rum. Dieses Projekt begann nicht als Etikett, sondern als kleine Erzählung, die sich erst dann vollständig offenbart, wenn die Flasche geleert ist. Die Seekarten-Anmutung, die Farbebenen, die Lichtreflexe und die haptischen Details mussten präzise miteinander funktionieren, damit das Erlebnis nicht nur optisch, sondern als Entdeckungsreise wahrgenommen wird.
Wir haben viel Zeit investiert, um die Prägungsführung und Farbwirkung so abzustimmen, dass jede Folie, jedes Relief und jede Fläche exakt sitzt. Besonders komplex war die Idee, dass am Ende eine verborgene Ebene sichtbar wird, die erst nach dem Öffnen des Produktes ihren Sinn ergibt. Das Ergebnis zeigt, wie weit man Drucktechnik ausreizen kann, wenn Idee und Machbarkeit konsequent zusammengedacht werden.

Welches Etikett ist am stärksten von den Anforderungen der Marke bzw. des Produkts geprägt – welche Vorgabe war entscheidend?

Bei UPMax Whey Protein stand im Mittelpunkt, wie das Etikett im echten Alltag funktioniert. Ein Proteinprodukt wird ständig angefasst, geöffnet, bewegt, transportiert, und die Oberfläche muss das aushalten. Gleichzeitig braucht die Marke eine klare, moderne Sprache, die Leistungsfähigkeit vermittelt und auf den ersten Blick verstanden wird. Für uns wurde das markante „X“ zum visuellen Leitmotiv: Es ist nicht nur grafisch, sondern wird zu einem charakterprägenden Markenmoment, der sofort Wiedererkennbarkeit erzeugt. Die Gestaltung bleibt reduziert und gleichzeitig dynamisch – Fitness, Klarheit und Präzision verschmelzen zu einer visuellen Identität, die den Zeitgeist moderner Sport-Nutrition widerspiegelt.

Zu welchem Etikett würden Sie sagen: „Das ist mein persönlicher Favorit“? Welches Detail macht für Sie den Unterschied?

Unser persönlicher Favorit ist und bleibt PISA, weil das Etikett zeigt, wofür wir brennen: Design, das man nicht nur sieht, sondern spürt. Jede Arkade, jede Säule und jedes Ornament wurde als kleines architektonisches Objekt interpretiert und in mehreren Ebenen ausgearbeitet.
Für uns fühlt sich das Ergebnis weniger wie ein Etikett an, sondern wie eine Miniaturskulptur auf einer Flasche. Das Zusammenspiel aus klarer Typografie, dramatischer Inszenierung und haptischem Detailgrad lässt die Gestaltung lebendig und erzählerisch wirken.
PISA verkörpert genau das, was wir an unserem Beruf lieben: Wenn Material, Handwerk, Technik und Emotion zu einer Geschichte verschmelzen, die Menschen überrascht, berührt und im Regal sofort begeistert.

Pisa Vin Santo (Quelle: Etikett.de)
Tropical Explorer Rum (Quelle: Etikett.de)
UPMax Whey Protein (Quelle: Etikett.de)
Kuro Yume (Quelle: Etikett.de)
Sommerwein (Quelle: Etikett.de)
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CCL Label Trittenheim – Silbergewinner

Christiane Spang, Projektmanagerin Premium Label Development, CCL Label Trittenheim
Christiane Spang, Projektmanagerin
Premium Label
Development,
CCL Label Trittenheim

Welches Etikett bringt die gestalterische Grundidee am besten auf den Punkt – was war dabei der zentrale Gedanke?

Das Weihnachtsetikett – Ziel war es, ein exklusives Etikett für eine Sektflasche zu entwickeln, die als Präsent für einen besonders festlichen Anlass konzipiert war.

Entsprechend fiel die Wahl auf einen prämierten Sekt aus unserer Region.

Gestalterischer Schwerpunkt war die Entwicklung einer außergewöhnlichen Stanzform mit einer Präzision, die in dieser Form einzigartig ist. Die Qualität des Produkts sollte visuell und haptisch erlebbar gemacht werden. Durch die fein abgestimmte Kombination aus unterschiedlichen Stanztechniken, Veredelungsfolien, Oberflächenstrukturen und Blindprägungen wollten wir dem Etikett Tiefe und Komplexität verleihen. Gleichzeitig sollte es einen festlichen Charakter transportieren, aber auch saisonübergreifend einsetzbar bleiben.

Welches Etikett war in der technischen Umsetzung am anspruchsvollsten – und warum?

Ebenfalls das Weihnachtsetikett. Die Gestaltung spielt bewusst mit technischen Grenzen, um Neugier zu wecken und einen echten Wow-Effekt zu erzeugen. Die elegante Farbwelt aus Schwarz und Gold verleiht dem Etikett eine zeitlose Wertigkeit, während die detailverliebte Ausarbeitung jeder einzelnen Fläche die handwerkliche Präzision unterstreicht. Ein besonderes Highlight ist die passgenaue, figürliche Stanzung – sie bildet die gestalterische Kür des Etiketts.

Entscheidend war für uns, dass das Design nicht nur visuell überzeugt, sondern auch produktionstechnisch reibungslos funktioniert. Das Etikett soll zeigen, dass sich höchste gestalterische Ansprüche, Einzigartigkeit und technische Effizienz nicht ausschließen, sondern perfekt ergänzen können – ohne Kompromisse bei der Produktion und Applikation.

Welches Etikett ist am stärksten von den Anforderungen der Marke bzw. des Produkts geprägt – welche Vorgabe war entscheidend?

Am stärksten von den Anforderungen der Marke und des Produkts geprägt waren die Etiketten „Hardenberg“ und „La Grange“. Während wir beim Weihnachtsetikett gestalterisch frei agieren konnten, lagen diesen beiden Projekten klare Kundenvorgaben zugrunde.

„La Grange“ soll verspielt, elegant und edel wirken – passend zu den klassischen, floralen Weinen. Entsprechend setzten wir auf zurückhaltende Veredelungen: ein feiner Relieflack und eine Blindprägung auf der Typografie sowie ein partiell eingesetzter, sandiger Strukturlack auf den floralen Elementen, der eine subtile haptische Tiefe erzeugt.

„Hardenberg Zero“ hingegen sollte auffallen – kraftvoll, modern und ausdrucksstark. Alkohlfrei und trotzdem mit klarem Charakter. Die individuelle Stanzform lenkt den Blick zur Mitte, während kräftige, harmonisch abgestimmte Farben für hohe Präsenz sorgen. Eine blaue Heißfolie im Zusammenspiel mit den Druckfarben, starke Kontraste durch schwarze Typografie und eine Blindprägung auf der Schrift setzen gezielte Akzente.

Zu welchem Etikett würden Sie sagen: „Das ist mein persönlicher Favorit“? Welches Detail macht für Sie den Unterschied?

Mein persönlicher Favorit ist das Weihnachtsetikett. Die hier erreichte gestalterische und technische Komplexität macht dieses Projekt für uns besonders. Feinste Linien wurden präzise ausgestanzt, die Heißfolie exakt passgenau appliziert – alles auf einem außergewöhnlich hohen Veredelungs- und Qualitätsniveau. Die Verbindung aus Ästhetik, Präzision und technischer Machbarkeit macht für mich den Unterschied.

Weihnachtsetikett (Quelle: CCL Label Trittenheim)
Hardenberg (Quelle: CCL Label Trittenheim)

Graphische Betriebe Staats – Bronzegewinner

Rainer Staats, Geschäftsführer, Graphische Betriebe Staats GmbH
Rainer Staats, Geschäftsführer, Graphische Betriebe Staats GmbH

Was war die gestalterische Grundidee hinter diesem Etikett – welche Botschaft sollte es transportieren?

Unsere Leidenschaft ist es, außergewöhnliche Etiketten zu schaffen. Etiketten mit hohem Grad an Veredelung und mit besonderen Effekten. Für ein Firmenevent („STAATS-Besuch“ unserer Kunden) haben wir dieses Etikett als Gastgeschenk gestaltet und gefertigt.

Vor welchen technischen oder materiellen Herausforderungen standen Sie und wie haben Sie diese gelöst?

Wir wollen überraschen und begeistern – und natürlich zeigen, welche vielseitigen Möglichkeiten wir bei der Herstellung von Etiketten haben. Bei unserem Etikett haben wir gleich mehrere Besonderheiten kombiniert: Wir haben durch Motiv- und Namenspersonalisierung jedes Etikett zu einem Unikat gemacht. Kein Etikett gibt es doppelt. Und selbst den Underlayer gibt es in  verschiedenen Varianten. Durch eine Softtouch-Laminierung + partiellem Spotlack geben wir dem Etikett eine besonders ansprechende Haptik. Ein weiteres Highlight liegt in der verstecken Botschaft, die erst zu erkennen ist, wenn das Etikett mit Schwarzlicht beleuchtet wird: Durch den Druck mit „invisible Ink“ ist es möglich, zunächst unsichtbare Elemente, Grafiken – oder auch schon ein Hinweis auf unser 200-jähriges Firmenjubiläum, mit neugierigem Anleuchten zu entdecken. Eine Mini-Taschenlampe wurde am Flaschenhals angehängt, um den Entdeckergeist zu motivieren.

Welche Anforderungen des späteren Einsatzbereichs haben die Gestaltung und Umsetzung dieses Etiketts besonders beeinflusst?

Wir lieben Herausforderungen und möchten natürlich unsere Kunden beeindrucken und begeistern. Kreative Ideen treiben uns an. Um unseren Kunden die beste Beratung und die Variationsvielfalt an Veredelungen bieten zu können, testen und entwickeln wir mit unserem Team aus Grafik und Druck die vielseitigen technischen Möglichkeiten. Die Bronze- Auszeichnung für dieses Produkt ist natürlich ein zusätzlicher Antrieb, weiterhin innovativ zu sein. Individuelle Auflagen, personalisiertes Design und Effekte, die auffallen – hier liegt unsere Stärke, die wir weiter ausbauen werden. In unserem Jubiläumsjahr 2026 werden wir noch weiter investieren und ganz neue Möglichkeiten schaffen. Sie dürfen gespannt sein …

Entdecker-Etikett (Graphische Betriebe Staats)

Thiekötter Druck – Finalist

Daniel Thiekötter, Geschäftsführer, Thiekötter Druck
Daniel Thiekötter, Geschäftsführer,
Thiekötter Druck

Welches Etikett bringt die gestalterische Grundidee am besten auf den Punkt – was war dabei der zentrale Gedanke?

Was die Gestaltung und die Idee angeht, sticht das Etikett des Craftbeer Brauers Überquell aus unseren Einreichungen heraus. Überquell aus St. Pauli wollte ein individuelles Etikett für ein individuell hergestelltes Bier produzieren lassen. Für das Cherry Sour haben die Braumeister selber über 500 kg Kirschen gepflückt. Diese individuelle Note sollte durch das Etikett weitergegeben werden. Daher engagierte man den Designer, Illustrator und Künstler Andreas Preis, der ein Muster aus hoch detaillierten Vektoren mit knalligen Farben als Grundlage für das Etikett erschaffen hat. Aus diesem Muster entstanden bei uns im Haus durch das automatisierte Verändern des Musters unter Zuhilfenahme der KI 4.000 individuelle Etiketten.

Welches Etikett war in der technischen Umsetzung am anspruchsvollsten – und warum?

Für den Logistiker Fiege haben wir GIN Etiketten produziert. Es sollte eine kleine nummerierte Auflage von 1.000 Etiketten als Weihnachtsgeschenk entstehen. 1.000 nummerierte Etiketten kann man wirtschaftlich sinnvoll natürlich nur im Digitaldruck produzieren. Der Claim der Fiege Immobilien „stayreal“ sollte aber durch die Flasche zu lesen sein. Weil wir mit unsere HP Indigo WS6800 aber nicht in den Kleber drucken können, wie im Flexodruck, mussten wir es anders lösen. Wir haben spiegelverkehrt auf eine dünne Transparente PP-Folie gedruckt und diese anschließen mit dem Weinlabelmaterial Rustique blanc kaschiert. In einem zweiten Durchgang haben wir die Etiketten passgenau auf diesem Material bedruckt. Es sieht nun so aus als sei das Etikett von der Rückseite bedruckt.

Welches Etikett ist am stärksten von äußeren Anforderungen geprägt – welche Vorgabe war entscheidend?

FranzAnton ist ein Cuvée aus 6 Rebsorten. Daher auch die Idee 6 alternierend wechselnde Etiketten zu drucken und auf die Flasche zu bringen. Der Wein zielt auf eine junge Klientel ab. Das Etikett transportiert das durch ein entsprechendes Design und die 6 unterschiedlichen frechen Sprüche auf den Etiketten. Der Metallic Effekt in unterschiedlichen Farben und der Relieflack auf dem silbernen Logo runden das Ganze ab.

Cherry Sour (Thiekötter Druck)
Franz Anton (Thiekötter Druck)
GIN (Thiekötter Druck)

D.O.G Label – Finalist

Anna-Carin Speneder-Magnet, Head of Business Development, D.O.G Labell
Anna-Carin Speneder-
Magnet, Head of
Business Development,
D.O.G Labell

Was war die gestalterische Grundidee hinter diesem Etikett – welche Botschaft sollte es transportieren?

Hinter dem Stegetikett der Schrägen Typen steckt die Idee, jedem Obst- und Gemüseartikel unabhängig vom Aussehen eine Chance zu geben. Das Design stellt mit seinen erdigen Tönen und den handgezeichneten Abbildungen bewusst den Ursprung und die Natürlichkeit in den Vordergrund.  Es unterstreicht, dass bei einem Naturprodukt nicht allein optische Norm zählt, sondern die Ware an sich und das damit verbundene Qualitätsversprechen. Die Botschaft lautet: Die Optik ist vielleicht nicht perfekt, aber die Qualität bleibt die gleiche.

Vor welchen technischen oder materiellen Herausforderungen standen Sie und wie haben Sie diese gelöst?

Stegetiketten – jahrzehntelang aus Verbundmaterial gefertigt – stellten uns vor eine zentrale Frage: Wie kann ein so kleines Produkt einen großen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten?

Jahrelang suchten wir engagiert und testeten Materialien, die im Altpapier entsorgt werden können, immer mit dem Ziel vor Augen: eine nachhaltige Alternative zu schaffen, ohne Kompromisse bei der Funktionalität einzugehen.

Die größte Hürde? Die reibungslose Verarbeitung an bestehenden Abpackanlagen.

Gemeinsam mit einem innovativen Lieferanten gelang uns der Durchbruch: eine papierbasierte Lösung mit Thermobeschichtung, die sich vollständig im Altpapier recyceln lässt (Recyclingcode PAP 21) – Klein in der Form, groß im Impact.

Welche Anforderungen des späteren Einsatzbereichs haben die Gestaltung und Umsetzung dieses Etiketts besonders beeinflusst?

Im Hinblick auf die PPWR suchten wir bereits vor einigen Jahren nach einer Lösung für unser Kernprodukt, die Stegetiketten. Die größte Herausforderung bestand im Klipsen des Etiketts am Netz, da herkömmliche Papiere oder Kartons dieser Belastung nicht standhielten. Nachdem wir ein reißfestes Papier gefunden und dieses an bestehenden Abpackanlagen getestet hatten, verfügten wir schließlich über die langersehnte Lösung.

Schräge Typen (D.O.G Label)

Mehr Infos zu den eingesetzten Maschinen, Techniken und Materialien finden Sie in der Ausgabe 2 von Etiketten-Labels.