Erwartungen belasten Konjunktur der Druckindustrie

Geschäftsklimaindex im Dezember 2025 gesunken

Laut BVDM fiel der Geschäftsklimaindex der deutschen Druckindustrie um 3,6 Prozent auf 86,3 Punkte – die Erwartungen der Unternehmen trüben sich, während sich die aktuelle Geschäftslage nur geringfügig verbessert (Quelle: BVDM)
Laut BVDM fiel der Geschäftsklimaindex der deutschen Druckindustrie um 3,6 Prozent auf 86,3 Punkte – die Erwartungen der Unternehmen trüben sich, während sich die aktuelle Geschäftslage nur geringfügig verbessert (Quelle: BVDM)

Im Dezember 2025 verschlechterte sich das saisonbereinigte Geschäftsklima in der deutschen Druck- und Medienindustrie. Der vom Bundesverband Druck und Medien e. V. ermittelte Geschäftsklimaindex ging gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent zurück.

Mit 86,3 Punkten lag der Index damit rund 2,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Während die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage minimal besser bewerteten als im November, verschlechterten sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate deutlich. Diese Entwicklung trug maßgeblich zur Verschlechterung des Geschäftsklimaindex bei.

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Aktuelle Geschäftslage leicht besser eingeschätzt

Im Dezember 2025 bewerteten die vom ifo Institut befragten Entscheider der Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser als im Vormonat. Die Einschätzungen für die nächsten sechs Monate fielen hingegen pessimistischer aus. Die Ausprägungen der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das als Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie gilt.

Der saisonbereinigte Geschäftslageindex konnte seinen viermonatigen Abwärtstrend vorerst beenden. Mit 82,6 Punkten lag der Index um 0,3 Prozent über dem Vormonatswert, notierte jedoch weiterhin 1,1 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresmonat. Diese Entwicklung ist auf eine veränderte Lagebewertung der Unternehmen zurückzuführen.

Mehr neutrale Einschätzungen

Der Anteil der Betriebe mit positiver Einschätzung ihrer aktuellen Situation verringerte sich leicht von 13 auf 12 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Unternehmen mit negativer Beurteilung von 35 auf 30 Prozent. Der Anteil neutraler Einschätzungen stieg von 52 auf 58 Prozent. Insgesamt führte dies zu einer Verbesserung des saisonbereinigten Saldos von –30 auf –29 Prozentpunkte.

Die Bewertungen des aktuellen Auftragsbestandes fielen weiterhin überwiegend negativ aus. Zwölf Prozent der befragten Unternehmen beurteilten ihren Auftragsbestand positiv, jeweils 44 Prozent stuften ihn neutral beziehungsweise negativ ein. Der daraus resultierende Saldo von –32 Prozentpunkten stellte jedoch eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vormonat dar, als der Saldo noch bei –34 Prozentpunkten gelegen hatte. Die anhaltend negative Lagebewertung verdeutlicht, dass die Situation in den Druck- und Medienbetrieben weiterhin angespannt ist.

Erwartungen deutlich verschlechtert

Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate verschlechterten sich im Dezember 2025 erstmals seit drei Monaten wieder. Der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen sank gegenüber dem Vormonat um 7,4 Prozent auf 90,1 Punkte und lag damit 3,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Fünf Prozent der befragten Unternehmen erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage, während 44 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen. 51 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung.

Der saisonbereinigte Saldo der Geschäftserwartungen verschlechterte sich deutlich von –12 auf –26 Prozentpunkte. Damit trugen die eingetrübten Erwartungen maßgeblich zur negativen Entwicklung des Geschäftsklimas bei.