Obility Insight 2026: So schaffen Unternehmen Wachstum mit innovativen E-Services
von Redaktion Etiketten-Labels,
Obility Insight 2026: Vertreter von Druckdienstleistern und Technologiepartnern diskutierten Wege zur wirtschaftlichen Zukunftssicherung im Druck (Quelle: Obility)
Beim Anwendertreffen Obility Insight 2026 im Juni in Höhr-Grenzhausen berichteten Druckdienstleister, wie sie mit der Web-to-Print- und ERP-Plattform Obility neue Geschäftsfelder erschlossen und ihre Prozesse weitgehend automatisiert haben.
Frank Siegel, Mitglied der Geschäftsleitung der Obility GmbH, eröffnete die Veranstaltung mit einem Verweis auf die wachsende Bedeutung vernetzter Produktionssysteme. Das Motto der Veranstaltung lautete wie in den Vorjahren „Voneinander lernen, miteinander profitieren“ und spiegelte sich in den Praxisberichten der eingeladenen Anwender wider.
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Vom Druckbetrieb zum Dienstleister
Wie sich die Plattform zur Erschließung neuer Geschäftsfelder nutzen lässt, zeigte die in fünfter Generation geführte Schwall Medien GmbH aus Rheinstetten. Neben dem Kernsegment Druck baut das Unternehmen seit 2016 mit Werbetechnik ein zweites Standbein auf – darunter Beschriftungen für Fahrzeuge und Ladensäulen für Elektroautos sowie dazugehörige Serviceleistungen. Geschäftsführer Tobias Schwall: „Wir können diese Services praktisch beliebig erweitern und kommen weg von Druckprodukten, indem wir Probleme unserer Kunden lösen.“ Obility wird bei Schwall seit etwa eineinhalb Jahren schrittweise eingeführt. Projektleiter John Haag beschrieb den Aufbau: Zunächst wurden drei Kalkulationssysteme zusammengeführt, Closed-Shop-Systeme für Kunden eingerichtet sowie Lager- und Materialwirtschaft in die Plattform überführt. Als nächste Schritte sind ein offener Shop und eine digitale Plantafel zur Koordination der gesamten Wertschöpfungskette geplant.
Daten und Print als Geschäftsmodell
Die Traffic media Group GmbH aus Braunschweig deckt ihr Portfolio mit vier Bereichen ab: Dokumenten-Management, Direktmarketing, IT-Services und Fulfillment. Prokurist Peter Camp schilderte, wie die Zusammenarbeit mit einem Lebensmittelhersteller das Unternehmen in neue Geschäftsfelder geführt hat – bis hin zu Food- und Kühllogistik sowie lückenloser Sendungsverfolgung. „Inzwischen realisieren wir ähnliche Konzepte unter anderem für Hersteller von Schaumweinprodukten und Flüssigwürzen“, so Camp. Obility steuert bei Traffic zentral alle Prozesse – aus eigenen Shops, Fremd-Shops und angebundenen Systemen anderer Hersteller. Camp formulierte das Ziel: „Künftig wollen wir von Obility nur noch Fehlermeldungen bekommen. Ansonsten sollen alle Prozesse automatisch arbeiten.“ Die gewonnene Kapazität soll in neue Projekte fließen.
Digitalisierung als Branchenaufgabe
Bernhard Niemela, Chefredakteur von Deutscher Drucker und print.de, zeichnete im Vortrag „Zukunfts-Check der Druckindustrie“ eine differenzierte Marktperspektive: Trotz schrumpfender Segmente biete die Branche mit ihrer Produktvielfalt weiterhin Wachstumschancen. Laut einer jährlichen Lesererhebung von print.de nennen mehr als 80 Prozent der befragten Druckereien die Einführung digitaler Workflows und Web-to-Print als wichtigste Digitalisierungsmaßnahme; rund 56 Prozent zählen die Optimierung der Einkaufsprozesse dazu. „Wer die Daten hat, hat die Macht“, so Niemela – und wer Kunden umfassende Problemlösungen mit weit vorne ansetzenden Services anbieten könne, eröffne sich auch künftig Chancen in der Branche.
Produktneuheiten und Networking
Senior Consultant Jens Reifenberger präsentierte Weiterentwicklungen des Closed-Shop-Systems mit neuem Web-to-Print-Editor. Marcus Silber, Leiter Produkt-Management bei Obility, stellte mit dem Bestellassistenten eine erste KI-Anwendung vor sowie neue Optionen für das Print-ERP. Silber: „In den vergangenen Monaten haben wir alleine hier knapp 2.000 Änderungen und Erweiterungen realisiert.“ Infostände von Industriepartnern, darunter ConceptiK, Horizon, Impressed, Motioncutter und prinder, sowie eine Podiumsdiskussion zur wirtschaftlichen Zukunft des Drucks rundeten das Programm ab.
KI, Digitalisierung und Automatisierung in Print & Packaging sind die Topthemen beim EUROPEAN PRINTING SUMMIT (29. und 30. September 2026) im Signal Iduna Park in Dortmund. Tickets und weitere Informationen gibt es unter www.european-printing-summit.com.