Das aktuelle Interview

Nachhaltigkeit ist Teil des Ganzen (4)

Dr. Jörg Seubert, Geschäftsführer, Follmann GmbH & Co. KG.
Dr. Jörg Seubert, Geschäftsführer, Follmann GmbH & Co. KG.(Bild: Helge Hammermann)

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind derzeit die bestimmenden Themen in Politik und Wirtschaft. Auch die Etikettenbranche ist davon nicht ausgenommen. Anlass für Etiketten-Labels, Hersteller von Farben und Substraten nach ihren Vorstellungen und Plänen für die Zukunft zu befragen.

Wir stellten Herstellern und Anbietern von Druckfarben und Substraten drei Fragen:

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  1. 2020 wird ein interessantes Jahr, in dem viele Innovationen in ebenso vielen Bereichen zu erwarten sind. Neben neuen Produktionssystemen und Maschinen ist auch auf der Seite der Verbrauchsmaterialen Substrate, Farben, Klebstoffen u.v.a. mit Innovationen zu rechnen. Welche Entwicklungen werden das Jahr 2020 in Ihrem Hause bestimmen?
  2. Auch Ökologie & Nachhaltigkeit zählen zu den wesentlichen Themen, die für die nächsten Jahre die Produktion von Rohstoffen und Produktionsmitteln bestimmen. Welche Ideen und daraus folgende Produkte werden wir aus Ihrem Hause dazu in diesem Jahre sehen?
  3. Die drupa 2020 in Düsseldorf gehört zu den Highlights dieses Jahres. Können Sie dazu auch schon einen Einblick in ihre Neuheiten geben?

Verzicht auf Lösemittel reduziert Treibhausgase

Dr. Jörg Seubert, Geschäftsführer, Follmann GmbH & Co. KG.

Logo_Green-Label-Printing klein 200 pixel hochZu 1: Wir werden zugunsten der Nachhaltigkeitsperformance vor allem unsere wasserbasierten Druckfarben für flexible Verpackungen, die wasserbasierten Coatings für den Digitaldruck, die wasserbasierten Tapetenbeschichtungen und unsere biobasierten Klebstoffe weiterentwickeln und ihren Vertrieb vorantreiben. Mit der einhergehenden Verantwortungsübernahme in der Lieferkette, an unserem Produktionsstandort und bei der Kundenanwendung wollen wir zunehmend Lösungen für die Circular Economy erarbeiten. Das und Themen wie erweiterte Produktanwendungen sowie Transparenz sind Treiber unserer Innovationen.

Zu 2: Schwerpunkte unserer Tätigkeiten sind die Herstellung und Weiterentwicklung unserer wasserbasierten Druckfarben und Coatings, welche in der Anwendung durch Verzicht auf Lösemittel zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen beitragen. Zusätzlich entfallen aufwändige Brand- und Risikomaßnahmen beim Drucken, im Transport und in der Lagerung. Mit der Nutzung von wasserbasierten Druckfarben wird ein Mehrwert bei der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz geleistet: Keine Lösemittelemissionen und ein geringer Aufwand bei Schutzmaßnahmen finden hohen Anklang bei unseren Kunden.

„Wir stellen sicher, dass akut toxische Rohstoffe und CMR-Stoffe von der Wertschöpfungskette ausgeschlossen sind.

Als Hersteller von Druckfarben sind wir an die Ausschlusspolitik des Europäischen Druckfarbenverbands (EuPiA) gebunden, was bedeutet, dass wir sicherstellen, dass akut toxische Rohstoffe und CMR-Stoffe von der Wertschöpfungskette ausgeschlossen sind. Zudem erfüllen wir alle GMP-Anforderungen für Lebensmittelverpackungen von der Rohstoffauswahl über die Herstellung und Lagerung bis zur Auslieferung zur Endanwendung. Durch den mehrstufigen Rohstoffqualifizierungsprozess kommen ausschließlich Rohstoffe zum Einsatz, die für die Endanwendung zugelassen sind.

Als Klebstoffhersteller halten wir uns stets an die Selbstverpflichtung keine Phthalate einzusetzen. Zudem setzen wir verstärkt auf biobasierte Klebstoffe, die durch Verzicht auf petrochemische Rohstoffe eine Lösung für Circular Economy sind.

Zu 3: Zur drupa werden wir ein neues wasserbasiertes Druckfarbensortiment präsentieren, das wir interessierten Besuchern gerne auf unserem Messestand 3C50 in Halle 3 vorstellen. Nur so viel vorab: Kosteneffiziente Anwendungen, die Reduzierung von Gesundheitsrisiken und die Potenziale zur Senkung von Treibhausgasen garantieren wir schon heute. Unsere Druckfarbensysteme zeichnen sich durch hohe Maschinenlaufeigenschaften bei konstanter Produktqualität und spürbarer Produkteffizienz (bis zu 600 Meter pro Minute) aus. Eine risikobehaftete Betreibung von thermischen Abluftreinigungsanlagen ist ebenso unnötig wie intensive Brand- und Explosionsschutzmaßnahmen.

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