Automatisierte Systeme erleichtern die Druckbildkontrolle

Der Softproof ermöglicht bereits die Erkennung von Fehlern auf dem Monitor (Quelle: EyeC)
Der Softproof ermöglicht bereits die Erkennung von Fehlern auf dem Monitor (Quelle: EyeC)

Etikettendrucker und deren Kunden, bspw. aus dem Pharmabereich, entscheiden sich bei der Produktion und Prüfung immer kleinerer und stärker individualisierter Produktionsauflagen heute vermehrt für den Einsatz automatisierter Systeme, um steigenden Qualitäts- und Nachhaltigkeitsansprüchen sowie zunehmenden normativen und gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen. Autor: Nico Hagemann*

Logo Innivatiuons-OffensiveAutomatisierte Systeme zur Druckbildkontrolle unterstützen Etikettendrucker bei der Einhaltung hoher Qualitätsstandards entlang der gesamten Produktionskette: von der Druckvorstufe über die Produktion bis hin zur Weiterverarbeitung. So garantieren Druckvorstufensysteme, wie der EyeC Proofiler Graphic, durch einen digitalen Vergleich der druckfertigen bzw. ausgeschossenen Datei gegen die freigegebene Kundenvorlage, die Produktion fehlerfreier Druckdateien noch vor der Druckplattenherstellung.

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Anhand der Prüfergebnisse kann die druckfertige Datei gezielt auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft und somit sichergestellt werden, dass keine Fehler oder unabsichtlichen Veränderungen in der Druckvorstufe entstanden sind. Für maximale Effizienz ermöglicht der EyeC Proofiler Graphic eine vollautomatische Prüfung durch die Integration in gängige Prepress-Workflowsysteme wie z.B. Hybrid Cloudflow oder Esko Automation Engine.

Die Einheit von Scanner und Proofsoftware ist über die intuitive Bedienung gut zu steuern (Quelle: EyeC)
Die Einheit von Scanner und Proofsoftware ist über die intuitive Bedienung gut zu steuern (Quelle: EyeC)

Scannerbasierte Inspektionssysteme

Scannerbasierte Inspektionssysteme unterstützen indes die Etikettenproduktion in verschiedenen Formaten (z.B. A4 (EyeC Proofiler 300DT) bis 2A0 (EyeC Proofiler 1700DT) Format) und mit individuellen Prüfschärfen. Die Bewertung von Beschädigungen, wie fehlende oder zugelaufene Buchstaben, Passerprobleme, Kratzer und Farbabweichungen erfolgt dabei automatisch gegen die freigegebene PDF-Datei. Im Vergleich zur visuellen Prüfung, die mit der Ermüdung des menschlichen Auges sowie einer geringen Wiederholgenauigkeit einhergeht, reduzieren automatisierte Druckbildkontrollsysteme wie der EyeC Proofiler die benötigte Zeit je Prüfung um bis zu fünf Minuten.

Durch die frühzeitige Fehlerdetektion tragen die Systeme auch zur Reduktion des Materialausschusses bei und kommen bei der Produktion zudem flexibel und maschinenunabhängig zum Einsatz. So ermöglicht die EyeC Proofiler Serie die gleichzeitige Andruckkontrolle bzw. Inprozesskontrolle mehrerer Druckmaschinen und erhöht damit insgesamt die Genauigkeit und Geschwindigkeit in der Etikettenproduktion. Sammelformen werden dabei in einem einzigen Prüfdurchgang geprüft, so dass mehrfache Prüfschritte entfallen und die benötigte Prüfzeit signifikant reduziert wird.

Auf der Druckmaschine bzw. in der Weiterverarbeitung verhindern Inline-Prüfsysteme, wie der EyeC ProofRunner Web durch die vollständige Auflagenprüfung Sortenuntermischungen z.B. bei der Produktion kleinerer Druckauflagen.

Die Inspektionssysteme vergleichen hierzu den gesamten Druckauftrag automatisch gegen die freigegebene Kundenvorlage und informieren den Bediener im Falle eines Fehlers umgehend. So können Korrekturen frühzeitig erfolgen und potenzielle Reklamationskosten reduziert werden.

Pharmakonforme Prüfungen und Rückverfolgbarkeit

Insbesondere bei der Produktion pharmazeutischer Verpackungen und Etiketten ist eine Erhöhung der Prüfgenauigkeit mit Systemen wie dem EyeC Proofiler von Vorteil. Da fehlende bzw. mangelhafte Kennzeichnungen das Leben von Patienten gefährden, ermöglichen moderne Druckbildkontrollsysteme eine noch detailliertere, sprachenunabhängige Überprüfung von z.B. pharmazeutischen Etiketten und Druckerzeugnissen wie Beipackzetteln durch einen Pixel-zu-Pixel-Vergleich mit einer Auflösung von bis zu 600 dpi. Die Systeme werden dabei in Übereinstimmung mit den geltenden ISO 9001, GMP und GAMP 5 entwickelt, beinhalten alle nötigen Funktionen analog des U.S. FDA Title 21 CFR Part 11 und kommen aus diesem Grund auch in den Wareneingangskontrollen der Pharmazeuten zum Einsatz. Üblicherweise wird für pharmazeutische Druckerzeugnisse die lückenlose Analyse und Rückverfolgbarkeit der Prüfungen gefordert.

Die Darstellung der Produktionsstati erfolgt auf dem Monitor und gibt einen guten Überblick über den Produktionsstand (Quelle: EyeC)
Die Darstellung der Produktionsstati erfolgt auf dem Monitor und gibt einen guten Überblick über den Produktionsstand (Quelle: EyeC)

Ein spezieller Pharma-Workflow ermöglicht die Chargenfreigabe entsprechend des branchenüblichen „4-Augen-Prinzips“ mittels Eingabe der elektronischen Signatur zeit- und ortsunabhängig. Parameteränderungen werden dabei in einem zusätzlichen Kommentarfeld dokumentiert. Lösungen wie der EyeC Audit Trail Viewer unterstützen Pharmazeuten zudem bei der Überprüfung des Audit Trails und der Identifikation kritischer Ereignisse. Auffälligkeiten werden schnell detektiert, wertvolle Zeit bei der Prozesskontrolle gespart und Audits für Außenstehende nachvollziehbar aufbereitet.

Um die lückenlose Nachvollziehbarkeit der Prüfungen sowohl auf Seiten der Druckerei als auch ihrer pharmazeutischen Kunden zu gewährleisten, erzeugt der EyeC Proofiler einen abschließenden, vollumfänglichen Prüfreport, der seitens der Druckerei auch zur Vereinfachung der Kommunikation gegenüber anderen Kunden genutzt werden kann. Bei der Akquise potenzieller Aufträge, insbesondere für Kunden anspruchsvoller Branchen wie der Pharma- und Lebensmittelbranche, dient ein Inspektionssystem zur Erfüllung des Punktes „Inspektionssystem vorhanden“, so dass neue Märkte gezielt erschlossen und Gewinne gesteigert werden können.

Prüfung von 1D/2D Codes und Braille

Mit der zunehmenden Individualisierung der Druckerzeugnisse erhöht sich auch der Einsatz von 1D bzw. 2D Codes (Barcodes, Data Matrix und QR Codes) auf produzierten Verpackungen und Etiketten. Druckbildkontrollsysteme, wie die EyeC Proofiler Serie ermöglichen aus diesem Grund das automatisierte Code Grading entsprechend geltender Richtlinien, wie der ISO 15426. Das System ersetzt damit einen separaten „Barcode Verifier“ und visualisiert die Barcodeauswertung über den gesamten Druckjob hinweg in einem umfangreichen Prüfreport.

Neben der Überprüfung von Texten, Grafiken und Codes ermöglichen die Systeme ebenfalls die Prüfung eingesetzter Blindenschrift nach ISO 17351:2013 in einem einzigen Arbeitsdurchgang. Neben der Visualisierung fehlender Braille Punkte bzw. fehlerhafter Braille Grids, prüft das System zudem automatisch die Höhe der Braille Punkte und stellt eine übersichtliche Auswertung in Form eines umfangreichen Prüfreports zur Verfügung. Moderne Druckbildkontrollsysteme erhöhen somit die Effizienz nötiger Überprüfungen, machen die Anschaffung zusätzlicher Geräte zur Barcodebewertung oder Braille-Vermessung obsolet und stellen die Produktion konformer Druckerzeugnisse sicher.

Fazit

Die Systeme vereinen eine intuitive Bedienung und schnelle Auftragseinrichtung und tragen so maßgeblich zu erhöhter Produktivität, zur Reduzierung von Reklamationen und der Vermeidung von Imageschäden bei. Mit dem Einsatz automatisierter Druckbildkontrolllösungen sind Etiketten- bzw. Verpackungsdruckereien zudem in der Lage besondere Herausforderungen, wie z.B. die Prüfung von Sammelformen aber auch eine sprachenunabhängige, ISO-konforme Prüfung zu bewältigen und gleichzeitig die Effizienz ihrer Produktion zu erhöhen. Elaborierte Prüflösungen, wie der EyeC Proofiler kommen dabei ebenfalls innerhalb der Wareneingangskontrollen bei pharmazeutischen Herstellern zum Einsatz und unterstützen Etikettendrucker dabei, immer kleinere Auflagen effizient zu prüfen und den hohen Ansprüchen an Qualität und Nachhaltigkeit der produzierten Druckerzeugnisse sowie normativen und gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen. [12419]

*Nico Hagemann ist Produktmanager der Inline-Inspektionssysteme bei EyeC. Als Ingenieur der Druck- und Medientechnik verfügt er über zehn Jahre Erfahrung in der Druckindustrie. Er war zunächst in der Entwicklung bei All4Labels (ehemals Rako) u.a. für die Schulung von Inspektionssystemen verantwortlich, bevor er als Applikations-Ingenieur zu EyeC wechselte. Seit 2017 zeichnet er als Produktmanager für den EyeC ProofRunner verantwortlich.

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