Abfall als Ressource nutzen

Spilker ermöglicht Etikettenproduktion ohne Trägermaterial

Mit der auf der Labelexpo gezeigten S-CON Starline von Spilker kann Etikettenmaterial ohne Träger verarbeitet werden. Das Inspektionssystem verbessert die Produkt- und Prozessqualität
Mit der auf der Labelexpo gezeigten S-CON Starline von Spilker kann Etikettenmaterial ohne Träger verarbeitet werden. Das Inspektionssystem verbessert die Produkt- und Prozessqualität (Quelle: Spilker)

Auf der Labelexpo hat Spilker neben ihren rotativen Werkzeugen und Stanzblechen eine Stanzmaschine für die Verarbeitung von Etiketten ohne Liner präsentiert.

Die Reduzierung von Abfall ist eine der größten wirtschaftlichen und industriellen Herausforderungen für die Verpackungsindustrie. Immer häufiger fordern Kunden und Markeninhaber nachhaltige Produktionsprozesse und die Vermeidung von Abfall aufgrund der Ansprüche der Endverbraucher, öffentlicher Institutionen und der Politik.

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Denn auch bei der Produktion von Haftetiketten sind diese Anforderungen des Marktes an den Umweltschutz eine Herausforderung. Bei der herkömmlichen Etikettenproduktion sind fast 50% des eingesetzten Materials Abfall, in Form von Stanzgitter und Liner Material. Um das auf diese Weise verschwendete Material sinnvoll einzusetzen, und die anfallende Menge an Abfall deutlich zu reduzieren, hat der Materialhersteller Ritrama nach mehreren Jahren Forschung einen multifunktionalen Smart-Liner entwickelt, der als Ressource genutzt werden kann.

Materialaufbau Core Linerless Solutions: Durch die geringe Materialstärke passen deutlich mehr Etiketten auf jede Rolle
Materialaufbau Core Linerless Solutions: Durch die geringe Materialstärke passen deutlich mehr Etiketten auf jede Rolle (Quelle: Ritrama)

Start mit CLS-Liner

Der Prozess beginnt mit dem selbstklebenden CLS Multifunktions-Smart-Liner (Polypropylen mit silikonisiertem Polyester-Liner, siehe Grafik) von Ritrama, der mit allen konventionellen Druckverfahren bedruckt werden kann. Die Druckmaschine kann dabei mit voller Geschwindigkeit arbeiten, da im Gegensatz zum Inline-Converting, bei dem die Etiketten bereits in der Maschine gestanzt werden, kein Stanzprozess und Gitterabzug die Maschine ausbremst. Das CLS-Material ist in transparent, weiß und silberfarben erhältlich und mit einer Stärke von 42 μm deutlich dünner als herkömmliches Folienmaterial. Nach dem Druck wird in einer Maschine von Omet der silikonisierte Liner entfernt, der Klebstoff durch Hitze aktiviert, und der Liner auf die bedruckte Materialseite laminiert. Auf diese Weise wird der Liner zu einem festen Bestandteil des Labels und schützt das Druckbild.

Stanzen und inspizieren

Mit einer Converting-Maschine der Firma Spilker werden abschließend die fertigen Etiketten gestanzt und inspiziert. Die S-CON Starline CLS 500 ist für das Stanzen und Inspizieren von bedruckten Materialien mit hoher Geschwindigkeit ausgelegt. Zwei Vakuum-Zugstationen sorgen für optimale Bahnspannung bei der Verarbeitung und ermöglichen das Stanzen von offenem Kleber und die Verarbeitung von CLS-Material.

Im Gegensatz zum Stanzen von Standard-Etiketten, die auf der Maschine natürlich auch produziert werden können, wird anstelle eines Abstandes zwischen den Etiketten eine Präzisions-Mikroperforation gestanzt. Durch die Mikroperforation zum Trennen der Etiketten anstelle eines Abstandes passen deutlich mehr Etiketten auf jede fertige Rolle und es muss kein Stanzgitter entfernt werden. Neben der verringerten Menge an produziertem Abfall kommt es hierbei  auch zur Ressourcenschonung in Sachen Rohmaterial, Transport und Handling.

Das Trennen der Etiketten findet durch ein Abreißen an der Mikroperforation statt. Die Spendegeschwindigkeit entspricht der beim Spenden klassischer Etiketten
Das Trennen der Etiketten findet durch ein Abreißen an der Mikroperforation statt. Die Spendegeschwindigkeit entspricht der beim Spenden klassischer Etiketten (Quelle: Ritrama)

Inspektionssystem verbessert die Produkt- und Prozessqualität

Die gestanzte Perforation wird nach dem Stanzen mit einem Kamerasystem kontrolliert, um Probleme beim späteren Spendeprozess auszuschließen. Gleichzeitig wird das Druckbild auf Fehler geprüft und Rapportabweichungen, die bei Folienmaterialien beispielsweise während des Drucks durch Dehnung des Materials entstehen können, werden erkannt und von der Maschinensteuerung automatisch ausgeglichen. Der integrierte Tandemwickler mit Friktionswellen sorgt abschließend für optimal gewickelte Einzelrollen auch bei schmalen Etiketten.

Diese fertigen Rollen können mit einem Ilti Linerless Etikettier-Automaten für Selbstklebeetiketten ohne Trägerband auf das Endprodukt gespendet werden. Das Trennen der Etiketten findet durch ein Abreißen an der Mikroperforation statt. Die Spendegeschwindigkeit entspricht der beim Spenden klassischer Etiketten.

Ohne Träger kein Abfall

Die Vorteile der Produktion von Etiketten ohne Trägermaterial liegen auf der Hand: Es wird weniger Rohmaterial verbraucht durch das extrem dünne Material und die Vermeidung des Stanzgitters. Beim Druck kann die volle Geschwindigkeit der Druckmaschine genutzt werden. Das Umrüsten der Maschinen wird vereinfacht und es entstehen weniger Ausfallzeiten bei den einzelnen Prozessen dank der höheren Anzahl von Etiketten pro Rolle. Produktions-, Transport- und Lagerhaltungskosten werden reduziert. Neben diesen wirtschaftlichen Aspekten tragen Etiketten, die mit dem CLS-Material produziert werden, erheblich zum Umweltschutz bei, da kein Abfall entsteht. [10720]

 

 

 

 

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