Der Schlüssel zur Rentabilität im digitalen Etikettendruck
von Redaktion Etiketten-Labels,
Datenbasierte Tools helfen, tatsächliche Produktionskosten realistisch zu
erfassen, Margen zu sichern und Angebote schneller sowie verlässlicher zu erstellen (Quelle: Shutterstock/lovelyday12)
Wie unterstützt eine zeitnahe, präzise Kostenkalkulation die Rentabilität im digitalen Etikettendruck? Diese Frage beantwortet Michael Matthews, Product Manager bei Domino Printing Sciences. Er gibt praxisnahe Hinweise, wie Etikettenverarbeiter wettbewerbsfähig bleiben können.
Michael Matthews, Product Manager bei Domino Printing Sciences (Quelle: Domino Printing Sciences) (Bild: Cameo Photography Ltd)
Im Etikettendruck gibt es keinen „durchschnittlichen“ Auftrag. Jedes Etikett unterscheidet sich in Design, Substrat, Farbdeckung und Maschineneinrichtung. Trotzdem übersehen viele Etikettenverarbeiter diese Komplexität und kalkulieren weiterhin auf Basis von Durchschnittspreisen. Die Folgen sind fehlerhafte Angebote, schwindende Margen, verzögerte Entscheidungen und ein Verlust an Kundenvertrauen.
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Warum eine präzise Etikettenkalkulation wichtig ist
Eine genaue Angebotskalkulation ist ein zentraler Faktor für die Rentabilität. Die Zunahme kurzer Auflagen mit hohem Zeitdruck erfordert, dass Vertriebsteams schnell auf verlässliche Kostendaten zugreifen können. Wie kann ein Unternehmen einen Preisnachlass anbieten, ohne die tatsächlichen Kosten für die Herstellung eines Etiketts zu kennen? Oder verbindliche Lieferzeiten zusagen, ohne die unterschiedlichen Kostenmodelle der einzelnen Druckmaschinen zu verstehen?
Präzise Angebote zu erstellen kann insbesondere unter Zeitdruck schwierig sein. Durchschnittsbasierte Kalkulationsmodelle können keine verlässliche Rentabilität garantieren, da Tinten- und Substratkosten häufigen Schwankungen unterliegen. Zölle und Materialverfügbarkeit können die Kosten pro Etikett erheblich beeinflussen. Im Digitaldruck variieren die Produktionskosten je nach eingesetzter Etikettendruckmaschine. Parameter wie Druckauflösung und Tropfengröße beeinflussen den Tintenverbrauch, während die Preise für Farbtinten selbst innerhalb eines Tintensets je nach Lieferant variieren können. Auch das Substrat spielt eine Rolle: Poröse Materialien benötigen mehr Tinte.
Um neue Aufträge sowohl wettbewerbsfähig als auch profitabel zu kalkulieren, müssen Etikettenverarbeiter mit mehreren digitalen Inkjet-Druckmaschinen Angebote auf Basis der jeweils eingesetzten Anlage erstellen. Kurzfristige Änderungen können die Marge beeinträchtigen, da sich die tatsächlichen Kosten vom ursprünglichen Kostenvoranschlag unterscheiden.
Datenbasierte Angebote
Digitale On-Press-Tools mit aktuellen Daten ermöglichen es Weiterverarbeitern, sich von Click-Charge-Modellen zu lösen, die Produktionskosten häufig zu stark vereinfachen und dazu führen, dass einzelne Aufträge über- oder unterkalkuliert werden. Ein datenbasierter Ansatz setzt auf auftragsspezifische Kostenberechnungen, die den tatsächlichen Tintenverbrauch und Substratprofile berücksichtigen und auf aktuellen Preismodellen beruhen.
Die Angebotserstellung lässt sich zudem beschleunigen, indem Auftragsprofile auf der Maschine gespeichert und wiederverwendet werden. Das reduziert den Aufwand für Neuberechnungen, stellt konsistente Preise sicher und verkürzt die Bearbeitungszeit bei Wiederholaufträgen.
Digitale Tools eröffnen tiefere Dateneinblicke und erhöhen die Kalkulationsgenauigkeit, sodass sich jede Kundenverhandlung gezielt auf Zeit- oder Budgetvorgaben abstimmen lässt. On-Press-Auftragskostenrechner ermöglichen beispielsweise den Kostenvergleich unterschiedlicher Materialien unter Berücksichtigung von Substratpreisen und Tintenabsorptionsraten. Datengestützte Planung kann auch die operative Effizienz steigern, etwa durch die Reduzierung der Anzahl der erforderlichen Stanzformwechsel. Eine Verringerung der Vielfalt der angebotenen Etikettenformen und -größen vereinfacht die Kalkulation.
Vertriebsteams stärken
Digitale Technologien reduzieren die Abhängigkeit von spezialisierten Kalkulationsteams und ermöglichen es diesen, sich stärker auf Flexo- und Hybridanwendungen im eigenen Haus zu konzentrieren. Die meisten Anbieter digitaler Etikettendruckmaschinen integrieren benutzerfreundliche Kostenrechner in ihre Workflows. Einige Anbieter stellen ihre On-Press-Kalkulation sogar offline zur Verfügung. Dadurch können Vertriebs- und Kalkulationsteams Angebote auch aus der Ferne erstellen, ohne die Produktion zu unterbrechen.
Wer auf datenbasierte Tools setzt und seine Teams gezielt befähigt, schützt nicht nur die eigene Rentabilität, sondern schafft die Grundlage für ein intelligenteres, schnelleres und widerstandsfähigeres Unternehmen.