Michiel Borst,Mmanaging Director bei MPS (links) und Christoph Gamper, CEO und Miteigentümer der Durst Group (Quelle: Durst Group)
Die Durst Group übernimmt zum 1. Januar 2027 den niederländischen Flexodruck-Hersteller MPS Printing B.V. und ergänzt ihr bislang auf Digital- und Hybridproduktion ausgerichtetes Etikettenportfolio um flexografische Technologie. MPS tritt künftig als eigenständige Marke unter dem Namen „MPS – A Durst Group Company“ auf.
Durst bezeichnet die Übernahme als strategischen Schritt und als langfristiges Engagement im Markt für Etiketten und flexible Verpackungen. Das Unternehmen verweist auf einen grundlegenden Wandel der Branche: Kunden jeder Größe fragten verstärkt nach Automatisierung, vernetzten Workflows und Produktionsumgebungen, die unterschiedliche Anwendungen, Auflagenvolumina und Geschäftsmodelle effizient abdecken. Der Digitaldruck spiele dabei eine zunehmend wichtige Rolle; die Zukunft der Etikettenproduktion beruhe nach Einschätzung von Durst jedoch nicht auf einer einzelnen Technologie.
Anzeige
Im Digitaldruck, in Software und Automatisierung sowie – gemeinsam mit dem Partner Omet – in der Hybridproduktion sieht sich Durst bereits stark aufgestellt. MPS bringe zusätzliche flexografische Technologie, Entwicklungskompetenz und Anwendungs-Know-how ein. Die Bündelung dieser Kompetenzen solle Entwicklungszyklen verkürzen und die Markteinführung neuer Lösungen beschleunigen, die Digital- und Flexodruck mit Software, Automatisierung und Finishing verbinden.
„Die Etikettenproduktion wird zunehmend vernetzter, automatisierter und datengetriebener“, sagt Christoph Gamper, CEO und Miteigentümer der Durst Group. „Mit MPS erweitern wir die Gruppe um zusätzliche flexografische Expertise, Technologie und Entwicklungskompetenzen. Das verschafft uns zusätzliche Integrationsmöglichkeiten und erlaubt es uns, komplementäre Entwicklungswege parallel zu verfolgen.“
MPS bleibt eigenständige Marke
Ab dem 1. Januar 2027 tritt das Unternehmen als MPS – A Durst Group Company auf und entwickelt, produziert und vermarktet sein bestehendes Portfolio an flexografischen Drucksystemen weiter. Das bisherige Managementteam bleibt bestehen. Michiel Borst führt das Unternehmen als Managing Director und berichtet innerhalb der Managementstruktur der Durst Group.
„Was sich ändert, ist nicht, wer wir sind, sondern was wir erreichen können“, sagt Michiel Borst, CEO von MPS Printing B.V. „MPS wird seinen unternehmerischen Ansatz, seine Kundenorientierung und sein Engagement für flexografische Innovation beibehalten. Gleichzeitig verschafft uns die Zugehörigkeit zur Durst Group Zugang zu einer breiteren Technologieplattform, einer globalen Organisation und der langfristigen Perspektive eines familiengeführten Unternehmens.“
Kontinuität für Kunden und Partner
Die bestehenden Direktvertriebskanäle von MPS bleiben in ganz Europa erhalten. In den USA übernimmt Durst US Vertrieb und Service für das MPS-Portfolio; die Kunden erhalten damit Zugang zur regionalen Organisation von Durst. Darüber hinaus soll MPS zunehmend die internationale Service- und Ersatzteilinfrastruktur von Durst nutzen. Bestehende Verträge und Serviceverpflichtungen bleiben nach Angaben des Unternehmens zu ihren Bedingungen bestehen; die Kontinuität von Service und Support habe während der Integration Priorität.
Partnerschaft mit Omet wird fortgesetzt
Unabhängig von der Übernahme setzt Durst die Zusammenarbeit mit Omet fort. Beide Unternehmen entwickeln, produzieren und vermarkten gemeinsam die Hybridplattformen KJet und XJet, die flexografischen Druck, Digitaldruck und Finishing verbinden. Diese Lösungen bleiben nach Angaben von Durst Bestandteil der Hybridstrategie.
„Unsere Partnerschaft mit Omet bleibt strategisch wichtig und wird fortgesetzt“, so Gamper. „Gleichzeitig ist der Etikettenmarkt sehr vielfältig, und es gibt kein einzelnes Produktionskonzept, das alle Anforderungen erfüllt. Unser Ziel ist es nicht, Lösungen zu duplizieren, sondern unseren Kunden die jeweils passende Technologie, den passenden Automatisierungsgrad und das passende Produktionskonzept für ihre individuellen Anforderungen zu bieten.“
Mit der Übernahme verfolgt Durst nach eigenen Angaben das Ziel, eine breitere und besser skalierbare Technologieplattform aufzubauen, innerhalb derer Kunden je nach Anwendung zwischen digitaler, hybrider und flexografischer Produktion wählen können. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen Vollzugsbedingungen und behördlichen Genehmigungen.