Die aktuelle Umfrage

Die Etikettenbranche steht recht gut da

Quelle: pexels.com
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Die Maßnahmen zur Eindämmung der Auswirkungen durch das Corona-Virus haben die Wirtschaft zum Teil hart getroffen. Während die Industrie, besonders Maschinenbau, Automobil und andere extrem betroffen sind, geht es der Verpackungsbranche, also auch der Etikettenbranche nicht so schlecht. Das zeigt auch unsere kleine Umfrage bei einigen Etikettenherstellern.

Die Verpackungs- und Etikettenbranche ist systemrelevant. Und das ist auch gut so. Denn ohne wäre eine Vielzahl der Produkte, die uns im täglichen Leben begleiten, gar nicht zu verbreiten. Verpackung ohne Produktinformation, das kann sich kaum einer vorstellen. Und in Zeiten wie diesen sind gerade in Bereichen wie Lebensmittel, Getränke, Pharma, Gesundheitswesen u.a. noch stärker nachgefragt als sonst.

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Produktion läuft

Dementsprechend zeigt die Umfrage auch, dass die Produktion in den meisten Betrieben läuft. Wäre da nicht das Problem der Materialversorgung. Seit Jahren bemühen sich die Betriebe immer schneller zu werden und sogar die Just-in-time-Lieferung zu ermöglichen. Momentan ist nach den Aussagen der Beteiligten jedoch daran gar nicht zu denken. Im Durchschnitt berichten die Betriebe von einer Verlängerung der Lieferzeit von 2-4 Tagen bis zu 2-4 Wochen, im Extremfall sogar 6-8 Wochen. Dadurch ergeben sich erhöhte Anforderungen an die Produktionsplanung und die Kommunikation mit den Kunden.

3 Fragen

Doch lesen Sie die Erfahrungen der Unternehmen im Detail. Wir stellten den Unternehmen 3 Fragen:

  • 1: Welche Auswirkungen hat Corona auf Ihr Unternehmen und wo liegen die größten Probleme?
  • 2: In welchen Produktbereichen haben Sie die größten Einbußen und welche Bereiche laufen noch gut oder vielleicht sogar besser?
  • 3: Eine persönliche Einschätzung: Wie geht es Ihrer Ansicht nach in den nächsten Wochen weiter? Sehen Sie eine eher positive oder negative Entwicklung?

Aus der Praxis

Susanne Daiber, Etiket Schiller
Susanne Daiber, Etiket Schiller

Susanne Daiber, Geschäftsführerin, Etiket Schiller berichtet beispielsweise zu 1: „Die größten Auswirkungen sind die Einführung von entsprechenden Arbeitssicherheitsmaßnahmen und darauf zu achten, dass sie von allen eingehalten werden. Die größten Probleme bereiten uns derzeit die Lieferengpässe, vor allem bei Standardmaterialien. Ohne einen gewissen Lagerbestand kommt man aktuell schnell mal in große Schwierigkeiten bei Lieferzeiten von 3-4 Wochen. Bisher konnten wir aber immer Lösungen mit den Kunden finden.

Uwe Refflinghaus, Gewa
Uwe Refflinghaus, Gewa (Bild: STEFAN SCHMITT)

Uwe Refflinghaus, Direktor Technik R&D, Gewa Etiketten, Bingen, erläutert zu den Einbußen und Auswirkungen der Praxis: „In allen kaufmännischen und administrativen Büros haben wir ca. die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen ins Homeoffice gebeten und die Verbleibenden dann in den Büros so verteilt, dass möglichst jeder allein in einem Büro sitzen kann.  Das Arbeiten im Homeoffice hat zu Anfang einige kleine Holpersteine gehabt, läuft aber jetzt sehr gut. Es gibt Bereiche, von denen man zuvor nie geglaubt hätte, das dies möglich ist, die jetzt durchaus besser laufen. Alles in allem ist die Auslastung sehr gut und wir können nicht klagen.“

Stefan Mail, Mail Druck
Stefan Mail, Mail Druck

Stefan Mail, Geschäftsführer, Mail Druck, Bünde schätzt die weitere Situation wie folgt ein: „Da die Bundes- und Landesregierungen aktuell nur kleinere Lockerungen vom „Shut down“ umsetzen, wird sich die allgemein schwierige Situation für unsere Wirtschaft nicht grundsätzlich verbessern! Es ist daher zu erwarten, dass die wirtschaftliche Situation noch über viele Wochen in dieser dramatischen Phase verbleiben wird. Ich könnte mir auch vorstellen, dass in den letzten Wochen viele Unternehmen Rohstoffe, Materialien und auch Etiketten im Vorrat auf Lager bestellt haben, um die eigene Produktion nicht aufgrund von Materialmangel zum Stillstand kommen zu lassen. Dann könnte auch in diesem Bereich der Umsatz zurückgehen!? Größere Umsatzrückgänge und zurückhaltendes Bestellverhalten erwarten wir aber gerade in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie nicht.“

Die vollständige Umfrage mit allen Statements von zehn Unternehmerinnen und Unternehmern finden Sie in der nächsten Etiketten-Labels am 9. Juni 2020. [12887]

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