Die Druckergebnisse des Next-Generation Sustainable Flexo Symposiums zeigten, dass nachhaltigere Verpackungslösungen nicht zwangsläufig mit Einschränkungen bei der Druckqualität verbunden sein müssen (Quelle: Asahi Photoproducts)
Beim Next-Generation Sustainable Flexo Symposium im Mai 2026 wurden Druckergebnisse auf transparentem PCR-Material vorgestellt, die den aktuellen Entwicklungsstand im Flexodruck auf hoch rezyklierten Folien zeigten.
Flexible Verpackungsmaterialien auf PCR-Basis mit hohem Rezyklatanteil gelten bislang als anspruchsvolle Substrate für eine hochwertige Druckwiedergabe. Insbesondere bei Anwendungen mit mehr als 90 % Post-Consumer-Rezyklat (PCR) konnten sichtbarer Schleier und Materialschwankungen die erreichbare Druckqualität begrenzen. Daher wurden solche Materialien bisher häufig für vergleichsweise einfache Anwendungen eingesetzt, etwa für Kurierumschläge, Transportverpackungen oder Duty-free-Taschen mit einfachen Vollflächen und Liniengrafiken, nicht jedoch für stark bildorientierte Designs mit höheren Anforderungen an die Reproduktion.
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Im Mittelpunkt des Next-Generation Sustainable Flexo Symposiums standen Tests auf einem Substrat mit mehr als 90 % PE-PCR. Trotz sichtbarer Trübung des Materials habe die erzielte Bildqualität darauf hingewiesen, dass anspruchsvollere Druckmotive auf PCR-Folien heute eher realisierbar sein könnten als bisher vielfach angenommen. Fortschritte bei Plattentechnologie, Rasterung, Maschinenstabilität und Workflow-Optimierung tragen dazu bei, frühere Einschränkungen beim Bedrucken recycelter flexibler Verpackungsmaterialien zu verringern.
PPWR rückt Rezyklatanteile stärker in den Fokus
Mit der Einführung der PPWR dürften diese Erkenntnisse stärker in den Mittelpunkt rücken. Ab 2030 wird voraussichtlich ein Rezyklatanteil von 30 % für Verpackungen, die in Verkehr gebracht werden, verpflichtend. In den Folgejahren sind steigende Zielwerte für den Rezyklatanteil vorgesehen.
Zielkonflikt zwischen Nachhaltigkeit und Markenauftritt
Markeninhaber verfolgen zunehmend Verpackungslösungen, die sowohl Nachhaltigkeitsziele unterstützen als auch eine differenzierte visuelle Markenpräsentation ermöglichen. In der Praxis führte dies bisher häufig zu einem Zielkonflikt: Ein höherer Rezyklatanteil kann ökologische Anforderungen unterstützen, sich aber nachteilig auf das Erscheinungsbild der bedruckten Verpackung auswirken.
Eine verbesserte Druckqualität auf stark rezyklierten Substraten könnte dazu beitragen, den Einsatz von PCR-Materialien auf weitere Verpackungssegmente auszuweiten.
Neue Einsatzfelder für hohe PCR-Anteile
Flexible Verpackungen mit hohem PCR-Anteil müssten damit nicht mehr vor allem auf einfache Industrie- oder Transportanwendungen beschränkt bleiben. Sie könnten künftig auch für anspruchsvollere Konsumgüterverpackungen in Betracht kommen, bei denen eine stärkere visuelle Wirkung und detailreichere Grafiken erforderlich sind.
Entwicklung entlang der gesamten Prozesskette
Ein zentrales Ergebnis des Symposiums war, dass diese Entwicklung nicht auf eine einzelne Technologie zurückzuführen sei. Fortschritte erfordern vielmehr eine enge Zusammenarbeit entlang des gesamten Flexodruck-Ökosystems. Dazu zählen Plattentechnologie, Rasterung und Bebilderung, Farben, Klebebänder, Substrate, Druckmaschinentechnik und Prozessautomatisierung.
Die auf dem Symposium gezeigten Druckergebnisse legen nach Darstellung der Veranstalter nahe, dass nachhaltigere Verpackungslösungen nicht zwangsläufig mit Einschränkungen bei der Druckqualität verbunden sein müssen. Der Flexodruck könne dabei weiterhin eine wichtige Rolle bei der Umsetzung entsprechender Verpackungskonzepte spielen.