Die Hybridtechnologie gewinnt zunehmend Freunde

Das Digicon Hybrid Konzept: die offene Systemarchitektur ermöglicht die herstellerunabhängige Integration von Digitaldruckmodulen (Quelle: A B Graphic)
Das Digicon Hybrid Konzept: die offene Systemarchitektur ermöglicht die herstellerunabhängige Integration von Digitaldruckmodulen (Quelle: A B Graphic)

Die Hybrid-Maschinentechnologie, das Beste aus der analogen und digitalen Drucktechnik, ist im Begriff mehr und mehr Marktanteile zu gewinnen – von Klaus Nordlohne*

Logo Innivatiuons-OffensiveDie Hauptanbieter dieser Maschinensysteme sind die etablierten Hersteller der analogen Druckmaschinentechnologie. Mit A B Graphic International hat jedoch auch ein Maschinenhersteller aus dem Marktsegment der Weiterverarbeitungsmaschinen schon seit geraumer Zeit das Markpotential erkannt und bietet mit der Digicon 3 ein schlüssiges Maschinenkonzept an.

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Die Konfiguration einer Digicon Hybridmaschine unterscheidet sich auf dem ersten Blick nicht wesentlich von anderen Maschinen. Es können beliebig viele Flexodruckwerke vor und hinter dem Digitaldruckteil vorgesehen werden. Die klassischen Anwendungen sind das Drucken von Sonderfarben und Aufbringen einer Kaltfolienprägung vor dem Digitaldruck.

Ebenso ist gibt es die Möglichkeit einer Delam-Relam-Vorrichtung für die Rückseitenbedruckung. Nach dem Digitaldruck werden die Flexodruckwerke wahlweise für Überlackierungen, Sonderfarbendruck oder Kaltfolienprägung eingesetzt. Alle Flexodruckwerke können sowohl im rotativen wie auch semi-rotativen Bahnmodus betrieben werden. Das High Speed Flachsiebdruckwerk sowie die Flach-Heißfolienpräger sind auf Kundenwunsch ebenfalls mögliche Optionen der Bahnveredelung.

Zahlreiche Maschinenoptionen

ABG hat sich intensiv mit der digitalen Druckveredelung beschäftigt und so befinden sich einige DigiJet Inkjet-Lackier- und Kaltfoliensysteme im Praxiseinsatz. Auch diese Module sowie die eigene Digilase-Laserstanze könnten Bestandteile einer Maschinenkonfiguration sein. Generell kann man festhalten, dass Hybrid-Maschinen in der Regel produktbezogen gebaut werden und das modulare Baukastensystem der Digicon-Serie hier alle Möglichkeiten bietet.

Um die Abfallmengen bei einem Maschinenstopp, wie zum Beispiel einen Auftragswechsel mit den damit verbundenen Stanzblech- und Druckplattenwechsel, zu minimieren, verfügt die Digicon über einen einzigartigen, optionalen Back to Print Modus. Da beim Stopp die im Digital-Inkjetdruck bedruckte Bahn erst noch die UV-Trocknung passieren muss, entsteht zwischen dem Stoppsignal und dem Druckende einige Meter unbedrucktes Material. Beim unidirektionalen Bahnmodus würde beim Wiederanlauf der Maschine dies zu Makulatur führen.

Die Digicon ermöglicht deshalb zur Vermeidung von Abfall und einem ungestörten Produktionsprozess einen bidirektionalen Bahnlauf. Ein Bahnspeicher vor und hinter dem Digitaldruckteil positioniert das vorauslaufende Druckende passgenau zum Druckanfang beim erneuten Maschinenstart. Ein Auftragswechsel bei gleichem Drucksubstrat inklusive einem Flexodruckplatten- und Stanzblechwechsel sowie Schnittbreitenanpassung und Wickeln auf einem automatischem Turret erfordert nur ca. 7 Meter Makulatur und Rüstzeiten von unter 5 Minuten.

Die maximale Geschwindigkeit der Maschine im rotativen Bahnmodus beträgt 150 m/min, wobei die Fast-Track-Stanze bei dieser Geschwindigkeit auch semi-rotativ stanzen kann. Drucken die Flexodruckwerke im semi-rotativen Modus, so reduziert sich die maximale Geschwindigkeit auf 64 m/min. Das Positionieren der Längsschneidemesser erfolgt automatisch.

Nur eine der zahlreichen Optionen: Delam Relam für die Rückseitenbedruckung (Quelle: A B Graphic)
Nur eine der zahlreichen Optionen: Delam Relam für die Rückseitenbedruckung
(Quelle: A B Graphic)

Inspektion und Sicherheit

Um einen Auftrag versandfertig auf einer Hybridmaschine produzieren zu können, müssen die Arbeitsschritte der erforderlichen Kamerainspektion sowie der Fertigrollenkonfektion mit integriert werden. Die hierfür erforderlichen Maschinenmodule, FleyeVision Druckbildkontrolle sowie der vollautomatische Vectra-Wickelautomat aus dem ABG Produktportfolio, ermöglichen die komplette Inline-Fertigung. Der Vectra-Wickelautomat kann bei Aufträgen mit einer hohen Sortenvielfalt bei voller Maschinengeschwindigkeit zwischen zwei Sortenaufträgen die Bahn trennen und ohne klebende Verbindung an den Kern anbinden. Die  Spindeldurchmesser sind zwischen 19 und 100 mm verfügbar. Die fertigen Rollen werden dann mit einem individuell bedruckten Etikett verschlossen.

A B Graphic International sieht im Erreichen einer hohen Produktivität einen durchdachten Workflow-Lösung einer Hybrid-Maschine als unverzichtbar an. Ein JDF-File, die digitale Auftragstasche, wird vom MIS-System des Kunden an die Digicon verschickt. Die auftragsbezogenen Daten für die Losgrößen, welche z.B. die Rollentrennung am Vectra-Wickelautomaten steuern, sowie das Drucklayout des Rollenverschlussetiketts enthalten können, werden beim Scannen eines Auftrags-Barcodes automatisch heruntergeladen.

Zudem  können die individuellen Einstellparameter für das FleyeVision-Kamerainspektionssystem im JDF-File eingefügt werden. Der intelligente Kamera-Workflow schickt beim Detektieren eines Fehlers ein Signal zum Verschlussetikettendrucker des Vectra und dieser kennzeichnet die Rolle mit einem QR-Barcode. Die fehlerhafte Rolle kann dann an einem Horizon-Flachumspuler nachbearbeitet werden. Ist ein Flexodruckplattenwechsel oder ein Stanzblechwechsel erforderlich, so stoppt die Materialbahn vor dem jeweiligen  Maschinenmodul und zeigt dem Bediener die erforderlichen Rüstarbeiten an. Diese Funktionalität ist neben anderen Bestandteil des JDF-Workflows der Digicon. [13211]

Technische Daten: Digicon 3 Hybrid

 Maschinengeschwindigkeit

  • bis zu 150 m/min. im semi-rotativen oder rotativen Modus

Rollenbreite

  • maximale Breite 350 mm
  • Mindestbreite: je nach Substrat ca. 200 mm

Digitaldrucksystem

  • kompatibel mit vielen am Markt eingeführten Digitaldrucksystemen

Weiterverarbeitungsoptionen:

  • semi-rotativer und rotativer Flexodruck
  • DigiJet Inkjet-Lackiersystem, auch für Kaltfolie geeignet
  • Flachsiebdruckwerk
  • Delam- / Relam für Rückseitenbedruckung
  • Laminierstation auf Schienensystem
  • semi-rotative und Flachbettheißfolienprägung
  • semi-rotative Stanze sowie auch Laserstanze
  • vollautomatische Scherenschnitteinheit
  • vollautomatischer Vectra-Kleinrollenwickler
  • JDF-Kompatibilität zu MIS-Systemen
  • u.v.m.

*Klaus Nordlohne ist seit mehr als 25 Jahren in der Etikettenindustrie tätig. Seit 2013 verantwortet er den Vertrieb der Weiterverarbeitungsmaschinen und Druckbildkontrollsysteme von A B Graphic International. Zuvor war er sieben Jahre im Maschinenhandel und 18 Jahre im Vertrieb von Stanztechnik tätig.

 

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