Zusammenarbeit zwischen VskE, FINAT und ISO

Technische Spezifikation zum Thema „Etikettenmaterial“

Im August 2016 wurde durch ISO/CS (ISO-Zentralsekretariat) das Dokument ISO DTS 18614 (Packaging – Label Material – Required information for ordering and specifying self-adhesive labels) als Internationale Technische Spezifikation (ISO/TS) veröffentlicht. An der Erstellung des Dokuments war der VskE über das DIN maßgeblich beteiligt.

Ein wichtiger Bestandteil der Technischen Spezifikation ist die Checkliste im normativen Anhang A zum Bestellen und Spezifizieren von Selbstklebe-Etiketten. Sie wurde vom VskE in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit FINAT, Anwendern und Haftverbundherstellern zusammengestellt. Die englische Version dieser Checkliste, sowie des Anhangs C, ist bei der ISO unter dem Link http://standards.iso.org/iso/18614 öffentlich und kostenfrei verfügbar.

Die vollständige Technische Spezifikation ist zu beziehen beim: Beuth Verlag, 10772 Berlin, E-Mail: kundenservice@beuth.de, Telefon (030) 26 01 13 31, Telefax (030) 26 01 12 60

Zur Entstehungsgeschichte des Projektes:

Über das schwedische Normungsinstitut (SIS) hatten die beiden Firmen Ericsson und Ikea im Jahr 2012 einen Normungsantrag zur Erarbeitung von „Technischen Spezifikationen“ für Etikettenmaterialien eingereicht. Bei einer europaweiten Abstimmung erreichten die Befürworter eine Mehrheit für die Annahme des Projektes. Daraufhin wurde von der internationalen Standardisierungsorganisation (ISO) die Arbeitsgruppe ISO/TC 122/WG 14 „Label Material“ eingerichtet

Seit Dezember 2013 wurde am Inhalt der Dokumente gearbeitet, die im ersten Schritt als international gültige Technische Spezifikationen für Etikettenmaterialien verabschiedet werden sollten. Erklärtes Ziel war es jedoch, diese nach einer Übergangsfrist von drei Jahren in eine ISO-Norm zu überführen. Somit war abzusehen, dass die avisierten ISO/TS-Dokumente zukünftig Rückwirkungen auf Entwicklungs- und Herstellungsprozesse in der Etikettenbranche haben würden. Im Sinne seiner Mitglieder hatte der VskE folglich ein grundlegendes Interesse daran, während des Entstehungsprozesses aktiv Einfluss nehmen zu können, auch wenn Deutschland als einziges europäisches Land über das Deutsche Institut für Normung (DIN) den Antrag im Einvernehmen mit dem VskE ursprünglich abgelehnt hatte. Nach einer Überprüfung des realen Hintergrunds waren beide Organisationen der Meinung, dass bei ausreichend geschultem Personal und/oder normaler Kenntnis der Materie ein solches Normungsvorhaben überflüssig gewesen wäre.

Durch die Annahme des Projektes auf internationaler Ebene und die anschließende Aufnahme in das ISO-Arbeitsprogramm bestand nun dennoch der Bedarf, die Aktivitäten der Arbeitsgruppe ISO/TC 122/WG 14 „Label Material“ national zu spiegeln. Dies wurde durch einen Anfang 2014 getroffenen Beschluss der FINAT erleichtert, dem Beispiel des VskE zu folgen und sich gemeinsam über das DIN-Spiegelgremium zu engagieren. Die Entscheidung, die internationale Normungsarbeit aktiv zu begleiten, war die einzige Möglichkeit, die Interessen der Mitglieder einzubringen.

Aus diesem Grund wurde beim DIN der Arbeitskreis „Etikettenmaterial“ (NA 115-01-03-03 AK) eingerichtet. Die Gründungssitzung hatte am 5. Mai 2014 in Berlin stattgefunden. Der Arbeitskreis AK3 „Etikettenmaterial“ wurde im Normenausschuss Verpackung (NA 115-01-03 AA „Markierung“) angesiedelt. Folgende Vertreter aus der Etikettenbranche haben in diesem Gremium an der Erarbeitung der inzwischen veröffentlichten Technischen Spezifikation mitgewirkt: Klemens Ehrlitzer (VskE, Leiter des Arbeitskreises), Dr. Ulli Nägele (Herma), Kurt Walker (FINAT).