Das aktuelle Statement

Die Hybridmaschine ist wahrscheinlich die Zukunft

Etiketten-Labels befragte einige Druckunternehmer und Führungskräfte zur Frage: Setze ich Digitaldruck ein? Welche Technologie setze ich für was ein und was passt am besten zu meiner Kunden- und Produktstruktur? Heute: Raimund Janßen, Geschäftsführer Janßen Contect, D-47638 Straelen.

  • Welches sehen Sie als die optimale Lösung an? Digitaldruck-Standalone, Digitaldruck kombiniert mit dem konventionellen Druck – oder in Form einer Hybridmaschine?
  • Welches ist für Sie das optimale Druckverfahren: Toner, Flüssigtoner oder UV-Inkjet. Wo sehen Sie für Ihr Unternehmen die Vor- und Nachteile?
  • Finishing/Converting für den Digitaldruck: online oder offline? Welche Lösung ist für Sie die Optimale?
  • Ein Blick in die Zukunft: Wo geht Ihrer Meinung nach die Entwicklung hin und was würden Sie sich wünschen?

Raimund Janßen, Geschäftsführer Janßen Contect (Quelle: Janßen Contect)

Welches sehen Sie als die optimale Lösung an…

Raimund Janßen: Obwohl wir aus dem reinen Digitaldruck kommen und bisher nur mit zwei reinen Digitaldruckmaschinen produzieren, sehe ich die Zukunft in einer Hybridmaschine. Für kleinere Auflagen ist der Digitaldruck bestens geeignet. Wenn es sich jedoch um größere Auflagenmengen handelt, ist der Digitaldruck trotz seiner Flexibilität einfach zu teuer. Das bedeutet der Flexodruck hat weiter seine Daseinsberechtigung und als Hybridmaschine ist dies wahrscheinlich die Zukunft.

Welches ist für Sie das optimale Druckverfahren…

Raimund Janßen: Momentan produzieren wir ausschließlich mit UV-Inkjet. Wir beobachten jedoch den Markt, der Toner-basierten Maschinen sehr genau, da der UV-Inkjetdruck doch drei große Nachteile aufzeigt:

  • – Das Druckbild ist sehr stark von den Druckköpfen abhängig ist. Ein bis zwei defekte oder verstopfte Nozzles können schon für ein schlechtes Druckbild sorgen. Trotz intensiver Pflege und Reinigung ist es fast nicht vermeidbar, dass Druckköpfe innerhalb kurzer Zeit auch getauscht werden müssen, was sehr kostenintensiv ist.

 „Ein bis zwei defekte oder verstopfte Nozzles können schon für ein schlechtes Druckbild sorgen.“

  • – Ein weiterer großer Nachteil des UV-Tintendrucks ist unserer Meinung nach die Kompatibilität mit den Oberflächen. Durch jahrelange Test`s haben wir zwar mittlerweile gute Oberflächen bzw. Materialien gefunden, die sich gut mit UV-Inkjet bedrucken lassen, jedoch stellt dies generell bei jedem neuen Auftrag eine Herausforderung dar.
  • – Bei vollflächigem Druck zeigt sich immer wieder das Problem, dass sich das Etikett aufstellt, wenn viel Tinte genutzt werden muss.

Daher wollen wir diese Probleme durch tonerbasierte Systeme minimieren und denken, dass in Zukunft für uns als Digitaldrucker eine tonerbasierte Lösung auf Dauer zusätzlich benötigt wird.

Ein Blick in die Zukunft…

Raimund Janßen: Unserer Erfahrung nach geht der Trend weiter zu kleineren Auflagen, die kurzfristig benötigt werden. Es werden immer wieder neue Marketingaktionen gestartet, wo in ein bis zwei Tagen manchmal auch innerhalb weniger Stunden neue Etiketten benötigt werden. Dies stellt uns zwar immer wieder vor Herausforderungen die es zu meistern gilt, aber dadurch können wir durch die Flexibilität des Digitaldrucks beim Kunden punkten. Wünschenswert wäre natürlich etwas mehr Vorlaufzeit, aber dies wird Wunschdenken bleiben. Was zudem wünschenswert ist, dass die hohen Tintenkosten im Digitaldruck „endlich“ sinken, umso im Wettbewerb besser bestehen zu können.