Inkjet vs Flexo im Interview

“Nicht ersetzen, sondern ergänzen”

François Lebas, Epson
François Lebas, Verkaufsleiter, Epson Narrow Web Division (Quelle: Epson) (Bild: G2FENOYL)

In einem Interview mit Etiketten-Labels sprach François Lebas, Verkaufsleiter bei Epson Narrow Web Division, mit Autor John Penhallow* über die vermeintlichen Schwächen der Inkjet-Druckfarben im Vergleich zu „herkömmlichen“ Drucktechnologien.

In den Epson Surepress Inkjet-Druckmaschinen heben Sie die sechs oder sieben (statt der üblichen vier) verfügbaren Druckfarben hervor. Ist das ein echtes Plus?

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François Lebas, Epson
François Lebas, Verkaufsleiter, Epson Narrow Web Division (Quelle: Epson) (Bild: G2FENOYL)

François Lebas: Ziel unserer Surepress ist nicht, die vorhandenen Druckmaschinen (Flexo-, Offset- oder Buchdruck) des Etikettenverarbeiters zu ersetzen, sondern sie zu ergänzen. Das Hexachrome-Verfahren unserer Tintenstrahldruckmaschinen ergibt ein visuelles Ergebnis und erreicht beinahe das, was beim „klassischen“ Drucken erreicht werden kann. Der Markeninhaber erwartet die gleiche Qualität, unabhängig von der Länge der Auflage und der Anzahl der Referenzen. Etikettenverarbeiter haben mit unseren Druckmaschinen die Flexibilität, die sie benötigen, um sich an unterschiedliche Auflagenlängen anzupassen.

Es wird oft gesagt, dass das Drucken von Weiß im Tintenstrahldruck besonders problematisch ist. Was sagen Sie dazu?

François Lebas: Ja, es ist schwierig, weil weiße Tinten dazu neigen, ein Sediment zu bilden. Epson stellt jedoch nicht nur eigene Druckmaschinen und Druckköpfe, sondern auch eigene Druckfarben her. Deshalb können wir alle Parameter kombinieren, um die bestmöglichen Druckfarben zu erhalten. Darüber hinaus sind unsere weißen Farben besonders deckend.

Epson Surepress L-4033AW
Epson Surepress L-4033AW (Quelle: Epson)

Epson ist einer der wenigen Hersteller von Digitaldruckmaschinen, die Druckfarben auf Wasserbasis anbieten. Was sind die Vor- und Nachteile von Wasserfarben?

François Lebas: Es gibt zwei Sorten von Wasserfarben: die mit Farbstoffen, die nur auf gestrichenen Papieren verwendet werden können und nur begrenzt haltbar sind und die pigmentierten, die für die Verwendung mit unseren Surepress-Druckmaschinen L-4033 und L-4533 entwickelt wurden. Bei diesen Epson-Druckfarben werden die Pigmente mit Harz verkapselt, um eine echte Beständigkeit gegen Wasser, Licht und Abrieb zu gewährleisten. Zudem sind sie migrationsarm und eignen sich somit für den indirekten Lebensmittelkontakt.

Was ist das Besondere an Ihrer L-6034VW Druckmaschine?

François Lebas: Sie ist eine Druckmaschine mit UV-Härtung, die sich besonders für das Bedrucken von nicht porösen Oberflächen, z.B. Folien eignet. Sie ist schneller und druckt mit weißer Druckfarbe und Lack. Sie ist daher ideal für eine flexible Online-Veredelung. Indem sie die Menge des aufgetragenen Lacks modulieren, können sie zum Beispiel einen 3D-Effekt auf dem ganzen oder einem Teil des Etiketts realisieren, was dem Etikett einen Siebdruckeffekt verleiht. Sie können auch einen matten oder glänzenden Lack auftragen.

John Penhallow*John Penhallow ist als Journalist seit mehreren Jahrzehnten in den Bereichen Papier, Verpackung und Etiketten unterwegs. Darüber hinaus war er längere Zeit für die Organisation der Messe Labelexpo Europe in Brüssel, Belgien, zuständig. Heute ist er in Frankreich ansässig und arbeitet als Autor für französische, deutsche und amerikanische Fachzeitschriften der Druckindustrie.

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