Aus der Praxis

Im Gespräch mit Robos-Produktionsleiter Sebastian Paulus

Seit einigen Monaten verantwortet Sebastian Paulus die Produktion der Firma Robos. Ein Anlass, ihn kennenzulernen und mit ihm über seine Aufgaben, Vorlieben und Abneigungen zu sprechen.

Sebastian Paulus
Sebastian Paulus, Produktionsleiter Robos (Quelle: Robos)

Der Diplom-Ingenieur der Verpackungstechnik war konstant in der Etikettenbranche tätig und hat in seiner beruflichen Laufbahn Erfahrungen bei verschiedenen Firmen mit unterschiedlicher Ausrichtung gesammelt. Zu den Bereichen gehörten die Etikettiertechnik, die Beschichtungstechnik und die Haftmaterialherstellung. Bei einem namhaften Haftmaterialhersteller hatte er die Position des Complaint Manager Europe inne und bei einem großen Etikettenhersteller in Süddeutschland arbeitete er als Key Account Manager und war damit auch zuständig für Research & Development und für Marktanalysen.

Was ist Ihre Aufgabe bei Robos?

Sebastian Paulus: Es ist meine Aufgabe, mit den vorhandenen Ressourcen und dem Mitarbeiterstamm den Schritt zu einem modernen Industriebetrieb zu vollziehen, der den Anforderungen der Digitalisierung und einem hohen Automatisierungsgrad gewachsen ist. Mir ist es sehr wichtig, die Mitarbeiter so zu motivieren, dass sie auf das was sie tun stolz sind und wissen, wofür sie das tun – nämlich für unsere Kunden. Dies erreicht man meiner Meinung nach nur durch klare Ansagen, Feedback und ein echtes Interesse an der Person.

Was ist Ihre Haupttätigkeit?

Sebastian Paulus: Im Vordergrund steht das Qualitätsmanagement, die Optimierung der technischen Abläufe und das Generieren, Beschreiben und Dokumentieren von Prozessen, ebenso die Teambildung. Im zweiten Schritt begleite ich die Umsetzung der definierten Abläufe.

Welche beruflichen Erfahrungen haben Sie in der Vergangenheit am meisten geprägt?

Sebastian Paulus: Das war das Complaint Management für einen italienischen Haftmaterialhersteller. Bei einer Reklamation hat man zunächst immer eine schlechte Position und kann nur das Beste daraus machen. Diese Kompetenzen muss man entwickeln. Hierzu gehört emotionale Intelligenz, etwas Negatives in etwas Positives verwandeln. Ich bin dann beim Kunden an die Maschine gegangen, habe Jacket und Krawatte ausgezogen und habe gemeinsam mit dem Mitarbeiter versucht, das Problem nachvollziehen und den Fehler zu finden. Wenn ein Problem gemeinsam gelöst werden kann, bleibt der Kunde erhalten und wird bestenfalls zu einem Freund. Jede Reklamation ist eine Chance, den Kunden besser kennenzulernen und zu binden – das war mein Ziel.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Sebastian Paulus: Der Kontakt mit den Menschen. Jeder Mensch hat seine Geschichte, die mich interessiert. Wenn ich die Mitarbeiter gut kenne, dann motiviert mich das und es gibt mir die Möglichkeit die beste Form der Zusammenarbeit zu finden. So sind alle Seiten zufrieden und man kann offen miteinander reden.

Welchen Stellenwert hat die Produktion bei Robos?

Sebastian Paulus: Auf der Produktion liegt großes Augenmerk, denn hier findet ein hoher Mitteleinsatz statt. Teure Materialien werden verbraucht, kostenintensive Betriebsmittel und Energie werden eingesetzt. Weiterhin entstehen hohe Personalkosten, insbesondere bei Arbeitsgängen, die nur von Hand erledigt werden können. Deswegen ist es besonders wichtig, dass in der Produktion alles reibungslos und rund läuft und möglichst keine Fehler passieren.

Wo sehen Sie die Stärke von Robos im Vergleich zu den Wettbewerbern?

Sebastian Paulus: Geht nicht gibt es nicht. Die Geschäftsleitung unterstützt auch außergewöhnliche Lösungen, die nirgendwo anders getestet werden. Wir probieren auch das Unmögliche aus, so können neue Kunden gewonnen werden. Hier wird dann auch mit teuren Materialien experimentiert um möglicherweise zu einem besseren Ergebnis zu kommen. Weiterhin bietet Robos seinen Kunden viele spezielle Verarbeitungsschritte, die Wettbewerber aus verschiedenen Gründen nicht anbieten. In diesem Bereich ist das Know-How der Produktion besonders wertvoll.

Gibt es ein Druckverfahren, das Ihnen besonders am Herzen liegt und warum?

Sebastian Paulus: Ja, das ist der Siebdruck. Er ist technisch einfach und man kann feinste Schriften mit einem relativ preiswerten Werkzeug auch für spezielle Anwendungen herstellen und Lacke einsetzen. Der Siebdruck weist außerdem eine sehr hohe Beständigkeit auf.

Inwiefern können die Robos-Kunden von Ihrem Know-How profitieren?

Sebastian Paulus: Wenn in der Produktion alles glatt läuft, dann stimmt die Qualität und auch die Lieferzeiten, daran arbeite ich.

Welche positiven Veränderungen konnten Sie in den letzten Monaten schon erreichen?

Sebastian Paulus: Ich habe mein Team kennengelernt und wir arbeiten gut zusammen. Dieses gegenseitige Vertrauen bringt langfristig den Erfolg.

Auf was könnten Sie persönlich verzichten?

Sebastian Paulus: Schuldzuweisungen, wenn ein Fehler aufgetreten ist – das bringt nichts.

Auf was möchten Sie nicht verzichten?

Sebastian Paulus: Auf ein harmonisches Miteinander.

Was spornt Sie an?

Sebastian Paulus: Erfolg.

Ergänzen Sie den Satz: Qualität ist …?

Sebastian Paulus: Qualität ist selbstverständlich. Unsere Kunden können das von uns erwarten.

Wo sehen Sie die besonderen Herausforderungen für die Etikettenbranche in den nächsten Jahren?

Sebastian Paulus: Etiketten sind mehr gefragt denn je. Der Onlinehandel nimmt zu und jedes Produkt und die Umverpackung tragen mehrere Etiketten. Smart Labels werden ebenso mehr gefragt sein, hier wird ein Chip im Etikett platziert. Zudem muss eine leitfähige Antenne gedruckt werden, die den Chip zum Senden bringt, wenn man durch ein Lesegate läuft. Die Herstellung ist sehr komplex und kostenintensiv und diese Etiketten werden nur von spezialisierten Anbietern produziert.

Was sind Ihre persönlichen Stärken?

Sebastian Paulus: Optimismus und Humor. Ich kann auf andere Menschen eingehen und Ihnen das Gefühl geben, wertgeschätzt zu werden.

Was war Ihr größter persönlicher Erfolg?

Sebastian Paulus: Mein ganzes Leben war erfolgreich und zufriedenstellend und hat sich konstant positiv weiterentwickelt. Natürlich gab es auch Höhen und Tiefen. Als Erfolg empfinde ich die gute Beziehung zu meiner jüngeren Stieftochter. Sie ist 28 Jahre alt und spielt bis heute den Bass in meiner Bluesband. Ich freue mich, dass es immer noch eine gemeinsame Basis gibt.